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Kamenz

Kinderarche mit neuer Chefin

Eine junge Sozialpädagogin will in Kamenz ihre Erfahrungen einbringen. Sie arbeitete auch schon mit Kindern in Ghana.

Lisa Krause hat die Leitung der Kinderarche in Kamenz übernommen.
Lisa Krause hat die Leitung der Kinderarche in Kamenz übernommen. © Bernd Goldammer

Kamenz. Lisa Krause hätte sich früher viele Berufswege vorstellen können. Doch sie hat sich bewusst für einen Job mit Kindern entschieden, die in ihren ersten Lebensjahren mit schwierigen oder traumatischen Lebenssituationen konfrontiert wurden.

Sichtbar sind die seelischen Verletzungen der Kinder nicht. Doch sie gehen späteren Schwierigkeiten in der Erziehung und im sozialen Verhalten voraus. Es sind unsichtbare, zuweilen bleibende Narben. Sie schmerzen lange. Die Kinderarche versucht, mit engagierter Pädagogik Auffälligkeiten wettzumachen. Am Steuer der Kinderarche in Kamenz steht seit Kurzem die Pädagogin Lisa Krause.

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Verantwortung für 80 Leute

Gut drei Monate ist die 30-Jährige inzwischen als Einrichtungsleiterin tätig. Ihr Erfahrungsschatz ist groß. Sogar im westafrikanischen Ghana hat sie Kindern Selbstwertgefühl und Herzens-Bildung vermittelt. „Das waren sehr wichtige Erfahrungen für mich“, sagt die junge Pädagogin.

Im Jugendhilfeverbund Kamenzer Land ist sie nun für etwa 45 Kinder, Jugendliche und Mütter sowie ein Team von etwa 35 Mitarbeiter verantwortlich. „Ich bin in eine wunderbare Region gekommen. Unsere Jugendhilfeangebote sind hier gut vernetzt“, sagt die Sozialpädagogin. Zum Verbund gehören das Haus Kleeblatt mit zwei Wohngruppen und einem lebensvorbereiteten Trainingswohnen, die Mutter-Kind-Gruppe Kleeblatt-Wichtel und die Wohngruppe Am Keulenberg in Oberlichtenau.

Stärken fördern

Lisa Krause hat sich schon bei der Planung ihres Berufsweges dafür entschieden, Theorie und Praxis im engen Zusammenhang zu erleben. Deshalb wählte sie einen berufsbegleitenden Studiengang an der Sächsischen Berufsakademie Breitenbrunn. Gleichzeitig lernte sie den pädagogischen Berufsalltag in der Kinderarche Sachsen kennen. Ein Familienwohnprojekt in Radebeul war ihre erste Station. Nach Abschluss ihres Masters und nach der Geburt ihrer Tochter wollte sich Lisa Krause neuen Aufgaben zuwenden. Deshalb übernahm sie die Elternzeitvertretung für die Einrichtungsleiterin Franziska Bönke in Kamenz. Für sie ist das eine besondere Herausforderung.

Ihr geht es darum, Kinder auf das Leben vorzubereiten. Sie wolle die besonderen Stärken der Kinder und Jugendlichen entdecken und fördern. Die Gruppen sind schon deshalb auf höchstens neun Kinder begrenzt. In Kamenz und Umgebung wird die Arbeit der Kinderarche geschätzt. Der Unterstützerkreis ist in den 27 Jahren stetig angewachsen.

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