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Kinderbetreuung kostet mehr

Um fast 400 000 Euro sind die Betriebskosten der Kitas im Vorjahr gestiegen. Dieser Trend scheint sich fortzusetzen.

Symbolfoto
Symbolfoto © Pixabay

Leisnig. Hauptamtsleiterin Silvia Diesmann hat den Stadträten am Donnerstagabend die Betriebskostenabrechnung der Kindereinrichtungen in Leisnig und den Ortsteilen vorgestellt.

Die Betriebskosten setzen sich aus zwei Positionen zusammen: den Sach- und den Personalkosten. Letztere sind im Vergleich zu 2017 um rund 230 000 Euro gestiegen. Als Hauptgründe dafür nannte die Amtsleiterin die Tariferhöhung für die Erzieher und die gesetzlich vorgeschriebene Anpassung des Betreuungsschlüssels. Noch unberücksichtigt blieb die Zeit, die während der Betreuung für die Schulvorbereitung verwendet worden ist.

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Auch die Sachkosten sind in ähnlicher Höhe gestiegen. Hausmeister, Reinigungs- und technisches Personal haben ebenfalls mehr Lohn bekommen. Allerdings würden die Ausgaben dafür eben auf dieser Kostenseite geführt. Weiterhin teurer sei der Unterhalt der Gebäude gewesen, in denen sich die Einrichtungen befinden.

„Der Gesamtaufwand für die Kinderbetreuung hat 2018 rund 3,05 Millionen Euro betragen“, sagte Silvia Diesmann. 60 Vollzeitstellen stehen auf dem Papier.

Nach der Abrechnung ergeben sich folgende Betriebskosten pro Kind und Monat: Krippe rund 1 130 Euro, Kindergarten 500 Euro und Hort 270 Euro. Bislang beteiligen sich die Eltern mit 220 Euro an der Betreuung in der Krippe, mit 118 Euro an einem Kita-Platz und mit 74 Euro an einer Hortbetreuung. Das sind rund 19,5 Prozent im Krippen-, 23,5 Prozent im Kita- und 25 Prozent im Hortbereich. Mit diesen Ergebnissen müsste die Kommune eigentlich handeln und von den Eltern von Krippenkindern höhere Beiträge verlangen. „Das soll sich ab 1. Juni mit der Neufassung des Kita-Gesetzes ändern“, erklärte die Hauptamtsleiterin. Mit der werde die Untergrenze der Elternbeteiligung auf 15 Prozent heruntergesetzt. „Dann würden wir in Leisnig bei allen Betreuungsformen in einem mittleren Bereich liegen“, so Silvia Diesmann.

Mit der Gesetzesänderung ist auch vorgesehen, dass die Erzieher ein bis zwei Wochenstunden mehr Zeit zur Vor- und Nachbereitung bekommen. „Allein daraus ergibt sich ein zusätzlicher Personalbedarf von 5,4 Prozent“, sagte die Amtsleiterin. Nach Rücksprache mit den Leiterinnen seien vorerst aber keine Neueinstellungen nötig. Die Arbeitszeit der Erzieherinnen wird in der Praxis dem tatsächlichen Betreuungsbedarf angepasst, sodass es da noch gewisse Spielräume gibt. Ob diese Rechnung in der Praxis so aufgehe, müsse sich Silvia Diesmann zufolge zeigen.

Damit die Kommunen, die ohnehin schon den größten Anteil an der Kinderbetreuung jeden Monat zahlen, wegen der Gesetzesänderung nicht noch weiter belastet werden, sprach die Amtsleiterin von höheren Landeszuschüssen. Bei der Betriebskostenabrechnung für 2019, für ein komplettes Jahr aber erst für 2020, werden die Räte dann sehen, ob die Zuschüsse vom Freistaat die Mehrkosten kompensieren können. Die gab Silvia Diesmann zunächst mit 160 000 Euro pro Jahr an.