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Kindergarten oder Straßenlampen?

Aus dem Programm „Brücken für die Zukunft“ bekommt die Gemeinde 225 000 Euro. Wie das Geld eingesetzt wird, ist offen.

© Symbolbild/SZ-Archiv

Von Jürgen Müller

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Stauchitz. Es klingt erst mal viel, ist es aber nicht. Rund 225 000 Euro soll die Gemeinde Stauchitz aus dem Programm „Brücken für die Zukunft“ erhalten, verteilt allerdings auf vier Jahre. Mit dem Geld sollen Maßnahmen realisiert werden, für die es keine sonstigen Fördermittel gibt. Wie es in Stauchitz verwendet werden soll, ist bisher noch nicht klar. „Wir müssen uns überlegen, ob wir alles in eine Maßnahme stecken oder es splitten wollen“, sagt Bürgermeister Frank Seifert (parteilos).

Denkbar wäre, dass dieses Geld genutzt wird, um einen Kindergarten in der Gemeinde energetisch zu sanieren. Das würde rund 300 000 Euro kosten, die Gemeinde müsste nur noch einen Eigenanteil von 75 000 Euro zahlen. Die energetische Sanierung ist auf der einen Seite dringend notwendig, auf der anderen Seite ist aber über die Frage noch immer nicht entschieden, ob die Gemeinde ihre beiden Einrichtungen schließt und dafür einen neuen, modernen und größeren Kindergarten baut. Im letzteren Fall wäre eine energetische Sanierung der alten Einrichtungen rausgeschmissenes Geld. – Von der Kapazität her wäre ein Neubau überflüssig.

Kinderzahlen steigen

Die Gemeinde verfügt über zwei Kindereinrichtungen in Staucha und Stauchitz. Von den 75 Plätzen in Stauchitz sind aber nur 60 belegt. In Staucha ist von den 112 Plätzen gerade mal die Hälfte vergeben. Insgesamt hat die Gemeinde Stauchitz eine Überkapazität von 65 Plätzen. Problematisch ist der Zustand der Häuser. Beide müssten vor allem energetisch aufwendig saniert werden. In Staucha, einer 1908 gebauten ehemaligen Schule, wurde zwar schon vor Jahren für rund 230 000 Euro das Dach einschließlich Dämmung erneuert, aber auch Außendämmung, Fenster, Türen müssten auf den wärmetechnisch neuesten Stand gebracht werden. Rund 200 000 Euro sind dafür nötig. Noch schlechter sieht es in Stauchitz aus. Hier werden rund 300 000 Euro an Kosten veranschlagt.

Ein Neubau würde allerdings rund drei Millionen Euro kosten. „Das ist für uns nicht bezahlbar, zumal es derzeit keine Fördermittel gibt“, sagt der Bürgermeister. Generell wird aber mit einem Ansteigen der Kinderzahlen gerechnet, so dass möglicherweise in der Zukunft neue Fördermittel in Aussicht stehen. Allerdings drängt die Zeit. Bis Ende Mai muss gemeldet werden, wofür das zur Verfügung gestellte Geld aus dem Brücken-Programm verwendet werden soll. „Im Mai muss der Gemeinderat deshalb eine Grundsatzentscheidung fällen, wie es mit den Kindereinrichtungen weitergehen soll“, sagt der Bürgermeister.