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Kinderkrippe zieht um

An der Kita in Schmiedeberg wird ab April gebaut. Wie die Ausweichmöglichkeit aussieht.

© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

Die Drittelstunde – der SZ-Podcast

Aktuelle Themen sowie Tipps und Tricks für den Alltag: Fabian Deicke stellt Experten verschiedener Gebiete die Fragen der SZ-Community.

Schmiedeberg. An der Kita Spatzennest in Schmiedeberg wird dieses Jahr der Krippenbau abgerissen und neu errichtet. In dieser Zeit werden die Kinder direkt nebenan in einem Containerbau betreut. So hat es der Stadtrat am Mittwochabend beschlossen. Die Stadtverwaltung hat verschiedene Varianten geprüft und schließlich die Lösung mit den Containern als die günstigste ausgewählt, wie Hauptamtsleiterin Irena Hoffmann informierte.

Diese werden auf dem jetzigen Spielplatz aufgestellt und bieten alles, was für eine Krippe nötig ist: zwei Gruppenräume, zwei Schlafräume, Sanitärräume mit Wickeltisch und ein Büro. Die Garderobe wird im Flur untergebracht. Die Container sollen im April aufgestellt werden und bis März 2019 bleiben. Dann müsste der Krippenneubau fertig sein.

Dieses Bauvorhaben drängt schon seit Jahren. Es handelt sich bei der jetzigen Krippe um einen Bau aus den 1970er-Jahren. „Eine typische Baubaracke“, sagt die Bauplanerin Pia Ullmann, die das Gebäude vor Jahren schon einmal untersucht hat. Die Holzkonstruktion entspricht heutigen Ansprüchen an eine Kinderkrippe nicht mehr. Sie müsste einem Feuer mindestens 30 Minuten lang standhalten. So viel Zeit ist nötig, um die Kleinen aus dem Schlafraum zu retten. Die alte Holzkonstruktion würde aber vorher zusammenbrechen. Daher nutzt die Stadt Gelder aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“, um jetzt für rund 530 000 Euro den Krippentrakt komplett neu zu bauen.

Während der Bauzeit müssen die Kinder aber auch irgendwo betreut werden. Die Stadtverwaltung hat verschiedene Lösungsvarianten durchgespielt. Sie hat geguckt, ob sie die Schmiedeberger Krippenkinder in anderen Kitas der Stadt unterbringen kann. Doch nirgendwo sind Plätze frei. Weiter prüfte sie, ob das ehemalige Haus drei des Beruflichen Schulzentrums an der Weißeritzstraße in Dippoldiswalde infrage käme. Das war bereits im vergangenen Jahr Ausweichquartier, als die Krippe in der Kita Märchenland saniert wurde. Doch damals sind nicht die Krippenkinder dorthin gegangen, sondern drei Gruppen mit den Älteren aus dem Kindergarten. Für Krippenkinder sind die Räume in der Weißeritzstraße nicht geeignet. Die Kleinsten dort unterzubringen, damit geht das Jugendamt nicht mit.

Im Erdgeschoss der Kita wäre noch Platz, um die großen Krippenkinder zu betreuen. Das reicht aber nicht. So stellte sich die Anmietung von Containern als beste Lösung heraus. Auch dafür gab es zwei Möglichkeiten. Die Stadt hätte große Container nehmen können, die Platz für 33 Kinder bieten, dafür aber ein fremdes Grundstück pachten müssen.

Klein, aber in der Nähe

So fiel die Entscheidung für eine kleinere Lösung. Die reicht für 20 Kinder aus, findet aber Platz auf dem Grundstück direkt neben der Kita. Die großen Krippenkinder werden im Mehrzweckraum der Kita betreut. Das hat mehrere Vorteile, wie Silvia Böhme, die stellvertretende Leiterin der Einrichtung, im Gespräch mit der SZ erklärt. Die Mitarbeiterinnen haben kurze Wege und bleiben in engem Kontakt mit den Kollegen. Auch für die Eltern ist es einfacher. Wenn sie Geschwister in der Einrichtung haben, müssen sie nicht an zwei verschiedene Kitas fahren. Auch der Kontakt der Kinder untereinander bleibt so erhalten. Die Krippenkinder werden ja später in den Kindergarten wechseln. Dafür lässt es sich verschmerzen, dass der Spielplatz ein Jahr lang etwas kleiner ausfällt.

Die Stadt mietet die Container bei der Algeco GmbH, einem international tätigen Anbieter von solchen Lösungen. Mitsamt Lieferung, den Mietkosten für ein Jahr und dem Rückbau verlangt er rund 70 000 Euro für die provisorische Kinderkrippe. Dazu kommen noch Kosten für den Bau der Fundamente, eines Wegs zu den Containern und einer Fäkaliengrube, welche die Stadt mit 20 000 bis 25 000 Euro kalkuliert.

Dafür haben die Kleinsten aus Schmiedeberg und Umgebung die Aussicht, dass sie ab 2019 in einer neuen Kita betreut werden, die auch heutigen Sicherheitsanforderungen entspricht.