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Kindermann trägt Kosten des Verfahrens

Kurz bevor es richtig peinlich für den frisch vermählten René Kindermann wurde, hat er sein Raser-Bußgeld akzeptiert.

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© picture alliance / dpa

Von Alexander Schneider

Freitag, 7.45 Uhr, Amtsgericht Dresden. Kommt er oder kommt er nicht? Richterin Daniela Lindemann und die Dresdner Tagespresse warten. Doch von MDR-Talker René Kindermann und seinem Anwalt Sylvio Schiller aus Berlin fehlt um diese ungewöhnlich frühe Stunde jede Spur.

Es ist bereits der dritte Sitzungstag in diesem Bußgeldprozess. Der 41-jährige „Riverboat“-Talker und „Sport im Osten“- Moderator hatte ein Knöllchen nicht akzeptiert. Der rasende Reporter soll im Mai 2015 in unmittelbarer Nähe des Dresdner MDR-Funkhauses zu schnell mit seinem schicken weißen M-Klasse-Mercedes unterwegs gewesen sein. Er wurde in einer Tempo-30-Zone geblitzt. Nach Abzug aller Toleranzen standen 55 Sachen zur Ahndung an: Macht 80 Euro und einen Punkt in Flensburg.

Schon am 23. August begann der Prozess – drei Tage, nachdem Kindermann Katja Fischer einen Heiratsantrag gemacht haben will. Er lässt seinen Anwalt vortragen, der Mann mit der Sonnenbrille am Steuer sei nicht Kindermann. Man erkenne den Fahrer ja kaum, die Lichtverhältnisse seien nicht optimal. Im Übrigen werde die Messung als solche angezweifelt.

Anfang September sollte es weitergehen, wieder mit einem Verkehrsgutachter als Sachverständigen. Der hatte übrigens keine Fehler der Messanlage entdeckt. Obwohl jedoch das persönliche Erscheinen Kindermanns angeordnet war, hatte er sich aufgrund „wichtiger Sendetermine“ entschuldigen lassen. Richterin Lindemann verstand keinen Spaß, sie wollte das Blitzerfoto mit dem Betroffenen vergleichen. Sie bestimmte daher den dritten Termin auf Freitag-Frühmorgen und ordnete erneut das Erscheinen Kindermanns an.

An diesem Freitag ist Kindermann bereits zwei Tage verheiratet. Wir leben wirklich in schnellen Zeiten. Der frisch Vermählte hat jetzt anderes zu tun. Im Gericht erscheint er nicht. Später ist zu erfahren, er habe seinen Einspruch zurückgenommen. Kindermann wird das Knöllchen zu zahlen haben – und die Verfahrenskosten.