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Bautzen

King Abode zu Geldstrafe verurteilt

Vor drei Jahren hatte der Libyer King Abode gegen ein Auto getreten. Das Gericht entschied nun, wie viel er dem Besitzer des Wagens zahlen muss.

Am Amtsgericht in Bautzen wurde der Fall verhandelt. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Weder Mohamed Youssef T., bekannt als King Abode, noch der Kläger sind an diesem Mittwoch zur Urteilsverkündung in dem Zivilprozess erschienen. Im August 2016, so lautet der Vorwurf, soll der Libyer gegen das Auto eines Bautzeners getreten haben. Dadurch soll er eine Beule verursacht haben. Der Mann verklagte den Libyer wegen Sachbeschädigung auf Schadensersatz – am Mittwoch fällte das Amtsgericht Bautzen ein Urteil.

Der Asylsuchende aus Libyen, der sich selbst King Abode nennt, gilt als Intensivtäter. Er ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Körperverletzung. Weitere Verfahren wegen Beleidigung, Diebstahls und Sachbeschädigung sind anhängig.

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Der Beklagte habe vorsätzlich und unerlaubt gehandelt, erklärte die Richterin. Er muss dem Kläger 1 374 Euro zahlen, zuzüglich Verzugszinsen. Zudem muss er für den Großteil der Prozesskosten aufkommen, doch auch der Kläger muss einen Teil davon übernehmen. Das Urteil ist dabei für den Kläger eine Teilniederlage: Er hatte zuletzt eine geringfügig höhere Schadensersatzsumme gefordert. Zu Beginn des Verfahrens wollte er nach einem Kostenvoranschlag für die Reparatur rund 1 600 Euro Schadensersatz von dem Libyer haben. Weil die tatsächlichen Reparaturkosten dann aber niedriger lagen, senkte er die Klagesumme auf etwa 1 400 Euro. Schon beim vorherigen Gerichtstermin hätte ein Urteil gefunden werden können. Doch der Kläger hatte auf eine Fahrtkostenpauschale von 30 Euro für die Wege zur Polizei und zur Werkstatt bestanden. Bereits beim vorherigen Gerichtstermin hatte die Richterin erklärt, dass diese Summe nur für Betroffene von Verkehrsunfällen gedacht sei.

Berufung ist möglich

Dem Tritt gegen das Auto im Herbst 2016 soll ein Konflikt vorausgegangen sein. Laut der Schilderung des Klägers haben er und seine Frau beobachtet, wie King Abode in einen Streit verwickelt gewesen sei. Die Frau wollte daraufhin das Geschehen mit ihrem Handy aufnehmen. Deshalb soll der Libyer wütend geworden sein und als Reaktion gegen das Auto getreten haben. In einer schriftlichen Stellungnahme hatte er wiederum erklärt, dass er zuvor rassistisch beleidigt worden sei. Er habe zwar gegen das Auto getreten – es sei dabei aber kein Schaden entstanden. King Abode kann gegen das Urteil in Berufung gehen. (SZ/the)