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Kioskbetreiberin denkt ans Aufgeben

Schlechtwetter und ausbleibende Gäste bescherten wenig Umsatz. Für Elke Böhme könnte die erste Saison auch die letzte sein.

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© Frank Baldauf

Von Jane Jannke

Pretzschendorf. Das war bitter für Elke Böhme. Im Mai war die 61-Jährige im Pretzschendorfer Freibad angetreten, um sich den Traum von der eigenen Gastronomie zu verwirklichen. Doch dann kam dieser Sommer: regnerisch, launisch, kalt. Nicht mehr als acht Grad Celsius zeigte morgens häufig das Thermometer. Dazu dicke, graue Regenwolken. An solchen Tagen öffnet Böhme das Bad gar nicht erst, und diesen Sommer gab es viele davon. Diese Bilanz können auch die letzten heißen Tage lediglich etwas mildern. Die Folge: Die Gäste blieben meist aus. „Die wenigen schönen Tage kann man leider an zwei Händen abzählen“, bedauert die Gastronomin, die den Kiosk im Mai von der Gemeinde gepachtet hatte. Die hatte parallel festgelegt, dass das Bad nur noch ab einer Außentemperatur von 20 Grad Celsius geöffnet wird, um Irritationen – insbesondere für Jahreskartenbesitzer – zu vermeiden. Doch nach hoffnungsvollem Start zeigte sich bald: Dieser Sommer wird anders.

Selbst auf die Prognosen sei kein Verlass gewesen, beklagt Böhme. Planen habe man so lediglich von einem Tag auf den anderen können. „Wir haben große Defizite eingefahren.“ Zeitweise drohten gar die eingekauften Lebensmittel im Lager zu verderben. Ob Elke Böhme unter diesen Umständen eine weitere Saison dranhängen wird, ist mehr als ungewiss. „Die Tätigkeit hier ist toll, die Gäste, wenn sie denn da sind, sind supernett. Aber von irgendwas muss man ja auch leben“, so die 61-Jährige. Besonders bitter ist das, wenn man bedenkt, dass sich ihr Vorgänger im letzten Sommer vor lauter Gästen kaum retten konnte.

Sechs Wochen am Stück hatte damals Badewetter geherrscht – Bedingungen, von denen Elke Böhme lange nur träumen konnte. Die aktuelle Hitzewelle kam da wie gerufen. Wie es wettermäßig weitergeht, ist unklar. Wenn es mit dem schlechten Wetter aber wieder ganz dick kommt, will Elke Böhme im Herbst die Segel streichen. Dann muss sich die Gemeinde abermals einen neuen Kioskbetreiber suchen.