merken

Döbeln

Kirche putzt sich heraus

Das Gotteshaus in Grünlichtenberg bekommt einen neuen Außenputz. Das ist eine staubige Angelegenheit.

Die Kirche in Grünlichtenberg erhält für rund 290 000 Euro einen neuen Außenputz und teilweise neue Fenster. Bis Ende Oktober sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein.
Die Kirche in Grünlichtenberg erhält für rund 290 000 Euro einen neuen Außenputz und teilweise neue Fenster. Bis Ende Oktober sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. © Dietmar Thomas

Kriebstein. Das Geräusch von Presslufthämmern dringt durch die Idylle von Grünlichtenberg. Es kommt aus Richtung Kirche. Dort sind Bauarbeiter dabei, den Putz abzuhacken. Bruchsteine kommen zum Vorschein.

Rund 290 000 Euro werden für den neuen Außenputz und teilweise neue Kirchenfenster aufgewendet. Zehn Prozent davon muss die Kirchgemeinde selbst aufbringen. Den größten Anteil trägt die Sächsische Landeskirche. „Außerdem werden die Baumaßnahmen mit Fördergeld aus dem Leader-Programm unterstützt“, erklärt Michael Kreskowsky, Vorsitzender der Kirchgemeindevertretung. Bis zum Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Wir planen die Wiedereinweihung Anfang November.“

Anzeige
Gemeinsam allem gewachsen

Die Sparkassen-Versicherung Sachsen ist auch in dieser außergewöhnlichen Situation für ihre Kunden da.

In nur neun Monaten ist die Kirche im Jahr 1863 gebaut worden. Aus dieser Zeit stammte auch noch der Außenputz an dem Kirchengebäude. Die Schadstellen seien mittlerweile so groß geworden, dass nun eine Kompletterneuerung ansteht. „Der Putz am Turm ist 1987 schon einmal erneuert worden. Dort werden nur einige Schäden ausgebessert“, erklärt Kreskowsky. Außerdem hat der Turm vor 24 Jahren ein Kupferdach erhalten. „Dieses Material ist haltbarer als Schiefer.“

Fenster müssen geschützt werden

Neu sind die Fenster an der Nordseite des Gebäudes. Diese müssen laut Kreskowsky während der Bauarbeiten besonders geschützt werden. „Es wäre tragisch, wenn sie beschädigt würden“, sagt der Vorsitzende. Deshalb wurden sie sowohl von innen als auch von außen mit dichten Netzen verhängt. „Darum ist es zurzeit auch sehr dunkel in der Kirche“, sagt Kreskowsky. Die Fenster auf der gegenüberliegenden Seite sollen im Rahmen der jetzigen Baumaßnahme gewechselt werden. Sie werden derzeit in Wilsdruff produziert. „So lange es geht, bleiben die alten aber noch drin“, so Kreskowsky. Da sie mehrere kleine Löcher haben und nicht mehr ganz dicht sind, dringe jedoch Staub in das Kircheninnere. „Vor dem Konzert am vergangenen Freitag habe ich deshalb erst einmal auf den Kirchenbänken Staub gewischt. Da die Kirche mitten auf dem Friedhof steht, liegt zum Teil auch auf den Grabsteinen eine dicke Staubschicht. „Mit diesen Einschränkungen müssen wir aber erst einmal leben“, so Kreskowsky.

Mit Konzerten, Ausstellungen und anderen Veranstaltungen versucht die Kirchgemeinde, so viele Leute wie möglich in die Kirche zu locken. „Wir bitten dabei immer um Spenden, die für die Kirchensanierung eingesetzt werden. So versuchen wir, unseren Eigenanteil zusammenzubekommen. Dabei sind wir auf einem guten Weg“, so der Kirchenvorstand.

Zwar haben die Bauarbeiten keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Veranstaltungen oder Gottesdienste in der Kirche. Diese sind zumeist am Wochenende oder in den Abendstunden, wenn ohnehin nicht gearbeitet wird. Wenn Beerdigungen anstehen, müssen die Handwerker jedoch vorübergehend ihre Arbeit einstellen.

Wenn der alte Putz vollständig abgehackt und die Fassade gereinigt ist, wird neuer Putz aufgetragen. Wie Kreskowsky sagte, erstellen Denkmalschützer und Restauratoren derzeit ein Farbkonzept für die Außenfassade. „Es könnte sein, dass die Kirche danach nicht mehr nur weiß ist. Aber das Ergebnis ist noch offen.“

Nach 24 Jahren des Schweigens schlägt seit Ostern wieder die Kirchturmuhr. Das Schlagwerk war 1995 außer Betrieb gesetzt worden. „Durch eine anonyme zweckgebundene Spende konnten wir den Schlaghammer wieder einbauen lassen.“