Merken

Kirchen kritisieren deutsche Waffenexporte in Krisengebiete

Deutschland ist drittgrößter Rüstungslieferant. Pakistan hat U-Boote erhalten.

Teilen
Folgen

Berlin. Die deutschen Rüstungsexporte stoßen bei den beiden großen Kirchen auf Kritik. Wie die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) gestern in Berlin mitteilte, beliefen sich die Einzelausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter aus deutscher Produktion im vergangenen Jahr auf rund 5,8 Milliarden Euro. Das seien 2,1 Milliarden Euro und damit über ein Drittel mehr als 2007. Nach den USA und Russland sei Deutschland weiterhin der weltweit drittgrößte Rüstungsexporteur. Ingesamt sind die deutschen Rüstungsexporte im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 400 Millionen Euro auf 8,3 Milliarden Euro leicht zurückgegangen. Dies liegt an der Halbierung der Sammelausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter an Nato- und EU-Staaten auf aktuell 2,5 Milliarden Euro.

Der evangelische Vorsitzende der Konferenz, Prälat Bernhard Felmberg, bemängelte insbesondere, dass Pakistan auch im vergangenen Jahr zu den großen Empfängern deutscher Rüstungsexporte gehörte. Die öffentliche Kritik an der Lieferung deutscher U-Boote an Pakistan habe keine Wirkung gezeigt, sagte Felmberg.

Ein weiteres Problem sehen die Kirchen darin, dass von Deutschland gelieferte Waffen und Rüstungsgüter leicht in falsche Hände gerieten. Dies zeigten die auf dem afghanischen und pakistanischen Schwarzmarkt gehandelten Waffen deutscher Herkunft.

Die GKKE forderte die Bundesregierung auf, Rüstungsexporte stärker zu kontrollieren. Hier müsse die Mitwirkung des Bundestags ausgebaut und die Korruption bei Rüstungsgeschäften eingedämmt werden. (epd)

Kommentar