merken

Politik

Kirchenasyl wird fast immer abgelehnt

In den ersten vier Monaten dieses Jahres hat das Bamf nur zwei Fälle anerkannt, fast 150 wurden abgelehnt. 

© Axel Heimken/dpa (Symbolbild)

Berlin. Das Bundesflüchtlingsamt hat nach einem Medienbericht im laufenden Jahr bisher fast alle Fälle von Kirchenasyl abgelehnt. Bis Ende April habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in nur 1,4 Prozent der Fälle dem Ersuchen von Kirchengemeinden stattgegeben, ein Asylverfahren in Deutschland zu führen, obwohl laut sogenannter Dublin-Regelung der EU eigentlich ein anderer europäischer Staat zuständig gewesen wäre, berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag). 2018 seien es fast zwölf Prozent gewesen.

Konkret seien in den ersten vier Monaten zwei Fälle akzeptiert worden, 145 habe das Bamf abgelehnt. Die Redaktion beruft sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion.

Anzeige
Symbolbild Anzeige

Das große Spektakel rund um’s Bier

Vom 28 bis 30. Juni lädt die Gemeinde Kottmar Groß und Klein zu ihrem Bier- und Traditionsfest nach Eibau ein.

Bekannt ist, dass das Bamf im vergangenen Jahr die Abläufe bei Überprüfungen von Fällen, in denen Kirchen Abzuschiebende aufgenommen haben, verschärft hat. 2015 hatte der Bund mit den Kirchen ein geordnetes Verfahren für das Kirchenasyl vereinbart. Die Gemeinden informieren die Behörden demnach über jeden Fall und erarbeiten jeweils ein Dossier. Das Bundesamt prüft diese Fälle dann noch einmal. Die Verschärfung vom vergangenen Jahr hatten die Kirchen kritisiert. Das Bamf wiederum bemängelte, dass die Gemeinden in gut der Hälfte der Fälle keine Dossiers erstellten.

Die Zahl der Kirchenasyle hatte sich seit dem Jahr 2015 mehr als verdoppelt. Sie stieg auf mehr als 500 und lag nach Angaben der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche Anfang Mai bei 422 Fällen mit 671 Personen, darunter 375 Dublin-Fälle. (dpa)