merken

Kirchgemeinden müssen sich zusammenschließen

Wegen sinkender Mitgliederzahlen sollen Gemeindeverbünde gebildet werden.

Blick von der Lutherkirche auf Radebeul. Die ansässige Gemeinde wird Teil eines Kirchspiels.
Blick von der Lutherkirche auf Radebeul. Die ansässige Gemeinde wird Teil eines Kirchspiels. © Arvid Müller

Radebeul/Moritzburg. Was die katholische Gemeinde in Radebeul schon hinter sich hat, steht nun auch den evangelischen Kirchgemeinden bevor: Aufgrund rückläufiger Gemeindegliederzahlen hat die Landeskirche Sachsen eine Strukturreform beschlossen. Sie verpflichtet die Kirchgemeinden, sich bis Ende 2020 mit ihren Nachbargemeinden zu größeren Gemeindeverbünden zusammenzuschließen. Im Elbland werden die beiden Radebeuler Kirchgemeinden Frieden und Luther mit Moritzburg und Reichenberg ein Kirchspiel bilden.

Wie das gelingen kann, ohne dass die einzelnen Gemeinden ihre eigene Identität aufgeben, darüber haben sich die Kirchenvorstände der vier Gemeinden am vergangenen Wochenende zu einer gemeinsamen Klausur im Bischof-Benno-Haus in Schmochtitz ausgetauscht. 

Anzeige
Werden Sie Gastautor!
Werden Sie Gastautor!

Für die Sonderseiten am 22. Dezember sucht die Sächsische Zeitung wieder weihnachtliche Geschichten ihrer Leser.

Hauptanliegen der Klausur war es, sich gegenseitig kennenzulernen und an den wichtigen Fragen für das bevorstehende Zusammengehen zu arbeiten. So stellten sich die vier Gemeinden am ersten Abend mit jeweils einem „Schaufenster“ gegenseitig vor und tauschten sich über ihre Stärken und mögliche Bedürfnisse aus. 

Es zeigte sich, dass es tatsächlich Anknüpfungspunkte für zukünftige, gemeinsame Projekte gibt. Nicht nur an diesem Punkt wurde deutlich, dass die neue Struktur für die einzelnen Gemeinden gute Chancen bieten kann.

In intensiven Gespräche wurde über konkrete Fragen zur Umsetzung der Strukturreform diskutiert: Welche Aufgaben bleiben bei den Kirchgemeinden und welche sind künftig zentral vom Kirchspiel aus zu bewältigen? Wie kann ein gemeinsamer Haushalt aufgestellt werden? Wie setzt sich der gemeinsame Kirchspielvorstand zusammen? Wo wird der Sitz des Kirchspiels liegen? 

In einzelnen Sitzungen bekundeten alle vier Kirchenvorstände den Willen, künftig in einem Kirchspiel zusammenzuarbeiten und beauftragten die Regionalen Koordinierungsgruppe einen entsprechenden Vertrag vorzubereiten. Der unterschriebene Vertrag muss bis zum 30. Juni im Landeskirchenamt vorliegen.

Nach zwei intensiven Arbeitstagen zogen alle Kirchvorsteher eine positive Bilanz. Das Wochenende habe dazu beigetragen, sich besser kennenzulernen, viele Gemeinsamkeiten zu entdecken und die Chancen der neuen Struktur zu erkennen, so das Feedback. Die Beteiligten zeigten sich zuversichtlich, dass sie den Prozess gemeinsam zum Wohle der vier Gemeinden gestalten können. (big)