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Kirchgemeinden rücken enger zusammen

Die Ephorie Leisnig-Oschatz ist gewachsen. Allerdings nicht, weil im alten Gebiet neue Mitglieder dazugekommen sind. Eher das Gegenteil ist der Fall, landesweit.

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© Lars Halbauer

Leisnig. Die aktuellen Prognosen sehen wenig rosig aus für die evangelische Landeskirche Sachsen. Engagieren sich derzeit noch etwa 700.000 Mitglieder in den einzelnen Kirchgemeinden im Freistaat, werden es 2040 wohl nur noch 440.000 sein.

In den Kommunalgemeinden ist das nicht anders. Dort sind in den vergangenen Jahren schon viele Gemeinden an Nachbarstädte angegliedert worden, die Gemeindeämter vor Ort verschwunden. Das soll mit Kirchen nicht passieren. „Damit die Kirche im Dorf bleibt“ heißt eines der Papiere, in denen die Landeskirche Entwicklungen betrachtet, Schlüsse gezogen hat.

Einige haben auch Auswirkungen auf den Kirchenbezirk Leinsnig-Oschatz. Die Ephorie ist größer geworden, und zwar durch die Auflösung des Kirchenbezirkes Glauchau-Rochlitz. Das ist sinnvoll nur durch die Angliederung von Kirchgemeinden und Kirchspielen an vier Nachbarkirchenbezirke gelungen.

Zu Leisnig-Oschatz sind inzwischen zwölf Kirchgemeinden und zwei Kirchspiele gekommen. Seit dem 1. Januar gehören beträchtliche Teile der Alt-Kirchenbezirke Mittweida und Rochlitz zu Leisnig-Oschatz. Wenn der Chef der Ephorie Arnold Liebers jetzt sein Amt abgibt, dann hat er die vierte Strukturreform der Landeskirche mitgestaltet. „Unser Kirchenbezirk reicht nun von Cavertitz im Norden bis Bockendorf/Langenstriegis im Süden“, sagt er.

Dass der Zeitpunkt seines Renteneintritts so kurz nach den Neuerungen ungünstig ist, das glaubt der stellvertretende Superintendent Rafael Schindler nicht. „Vielmehr sind da jetzt ohnehin die Kirchenvorstände vor Ort gefragt. Sie sind es, die mit den Gemeindegliedern das Gemeindeleben gestalten.“ Sicher gebe es hier und da wie bei allem Neuen eine holprige Wegstrecke zu bewältigen. Aber die Zeit zum Probieren und zum Eingewöhnen sei da. Nicht alles müsse gleich perfekt laufen.

Außer dem gewachsenen Territorium des Kirchenbezirkes haben sich auch noch einige andere Änderungen ergeben. Eine wird zum Beispiel am 26. Januar ab 10 Uhr in der St. Ägidienkirche in Altenhof gefeiert: die Vereinigung der Kirchgemeinden Leisnig-Tragnitz und Altenhof. Für die Gemeindemitglieder wird sich dadurch wenig ändern. Sie haben sich jetzt schon zu verschiedenen Aktionen getroffen, manches gemeinsam organisiert und gefeiert.

Und auch das ist wiederum „nur“ Teil einer größeren Bewegung. Regional haben sich die Kirchenvorstände der Regionen Zschoppach, Leisnig, Hartha, Waldheim und Geringswalde dazu entschieden, ein Kirchverhältnis aus vier Schwesternkirchgemeinden zu bilden. Aus den bisherigen Kirchgemeinden Zschoppach, Dürrweitzschen, Leipnitz, Bockelwitz, Sitten und Polditz geht die Kirchgemeinde Zschoppach hervor. Das Kirchspiel Waldheim-Geringswalde wird die Kirchgemeinde Waldheim-Geringswalde und aus den Kirchgemeinden Hartha, Gersdorf mit Schönerstädt und Seifersdorf, Großweitzschen-Mockritz sowie Wendishain mit Nauhain wird die Kirchgemeinde Hartha. In der Region Leisnig entsteht die Gemeinde Leisnig-Tragnitz-Altenhof. Damit gehören zu diesem neuen „Gemeindegebilde“ insgesamt 33 Kirchen und Kapellen in noch mehr Orten.

Und noch eine Veränderung hat es in der Kirchenbezirkslandschaft gegeben. Die Kirchenbezirke Auerbach und Plauen sind zusammengegangen. Damit gibt es in Sachsen nur noch 16 Kirchenbezirke. Zwei sind allein im vergangenen Jahr beziehungsweise zur Jahreswende 2019/2020 verschwunden. (DA/sig mit eg)