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Kita-Investitionen zahlen sich aus

Vielerorts wurde in den letzten Jahren an- und ausgebaut. In einigen Städten und Gemeinden gibt es aber immer noch Bedarf.

© Regina Berger

Von Madeleine Siegl-Mickisch

Rund 370 neue Kitaplätze sind von 2013 zu 2014 im Landkreis Bautzen entstanden. Das geht aus dem Kitabedarfsplan hervor, den der Jugendhilfeausschuss des Kreistages jetzt beschlossen hat. „Summa summarum können wir dem Bedarf gerecht werden“, schätzt Jugendamtsleiter Hans-Jürgen Klein ein. Aber eben nicht überall.

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Das bestätigen auch die freien Träger. In Steinigtwolmsdorf zum Beispiel platzt die von der Volkssolidarität betriebene Kita aus allen Nähten, obwohl dort schon mehrfach erweitert wurde, sagt Geschäftsführerin Sabine Strauß. Neben den Hortkindern musste deshalb auch schon eine Kindergartengruppe in der Schule untergebracht werden. Nun wolle die Gemeinde noch mal anbauen, um weitere Krippen- und Kindergartenplätze zu schaffen. Abhängig ist das jedoch von Fördermitteln, auf die die Gemeinde noch händeringend wartet. In Seeligstadt dagegen kann die Volkssolidarität sofort freie Krippenplätze anbieten. Knapp sind die Hortplätze in Großharthau, obwohl erst im vorigen Jahr ein Anbau eingeweiht wurde. Dass kreisweit mehr Hortplätze gebraucht werden, geht auch aus dem Bedarfsplan hervor.

Bei zwei Einrichtungen eine schließen?

In Hochkirch hat man bereits darauf reagiert und neue Räume unterm Dach der Schule geschaffen. Bald kann die Arbeiterwohlfahrt, die das Kinderhaus betreibt, dort einziehen. Schwieriger ist die Situation in Radibor, sagt Annett Fahland, die beim Awo-Kreisverband für dessen 15 Kitas zuständig ist. Dort gebe es für den Hort einfach nicht mehr Platz. „Da können wir nur Jahr für Jahr schauen, wie sich die Situation entwickelt.“ In Gemeinden, in denen die Awo zwei Einrichtungen betreibt, zum Beispiel in Burkau/Uhyst und Radibor/Milkel, ließe sich vielleicht zwischen den Standorten etwas ausgleichen. Insgesamt schätzt Annett Fahland für die Einrichtungen der Awo aber ein, dass sich die Investitionen der letzten Jahre, als viele Kita-Plätze geschaffen wurden, nun auszahlen. Und da dieses Jahr im Sommer viele Schulanfänger die Kitas verlassen werden, rechnet sie damit, dass sich die Lage weiter entspannt.

Rein rechnerisch werden laut Bedarfsplan im Landkreis dieses Jahr aber noch einmal knapp 500 Plätze mehr gebraucht als 2014. Ob sie in Anspruch genommen werden, bleibt abzuwarten. Reagieren müssen wahrscheinlich Gemeinden wie Nebelschütz, Panschwitz-Kuckau oder Ralbitz-Rosenthal, denn vor allem im sorbischen Gebiet gibt es einen starken Geburtenzuwachs, sagt Jugendamtsleiter Klein. Er mahnt aber auch, die langfristige Entwicklung im Blick zu behalten und eher zeitlich befristete Lösungen als teure Neubauten in Betracht zu ziehen.

Auch deshalb setzen viele Orte bei der Versorgung speziell mit Krippenplätzen auf Tagesmütter. 382 Kinder unter drei Jahren wurden Mitte 2014 auf diese Weise im Landkreis betreut. In Neukirch nehmen im März bzw. April zwei Tagesmütter die Arbeit auf, eine wird bei der Volkssolidarität angestellt. Die beiden Frauen haben sich Dienstag in Neukirch vorgestellt. (mit ck)