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Dresden

Kita-Kinder ran an die Kletterwand

Die Grünen wollen für mehr Bewegung bei Kindern sorgen. Das Projekt könnte schon im September starten. 

Schon die Kleinsten haben Spaß an der Kletterwand. Zudem fördert der Sport Motorik und Kraft.
Schon die Kleinsten haben Spaß an der Kletterwand. Zudem fördert der Sport Motorik und Kraft. © Archiv/Marion Gröning

Jedes zehnte Dresdner Kita-Kind hat Defizite in der Grob- und Feinmotorik. Das zeigen die jährlichen Schulaufnahmeuntersuchungen. Die Grünen-Stadtratsfraktion will dem entgegenwirken und sieht als beste Chance dafür sportliche Bewegung. Denn wer schon im Kindesalter gern Sport treibt, interessiert sich meist auch als Erwachsener dafür und kann so chronischen Krankheiten wirksam vorbeugen.

Grünen-Stadtrat Thorsten Schulze ist selbst begeisterter Kletterer und weiß, wie sehr der Sport die Motorik schult. Deshalb hat er gemeinsam mit dem Sächsischen Bergsteigerbund und dem Deutschen Alpenverein ein Konzept entwickelt, um Vorschulkinder in ihrem Kita-Alltag zum Klettern zu bringen. Und zwar so, dass es für die Eltern weder eine zeitliche noch eine finanzielle Mehrbelastung bedeutet. „Wir haben die Idee Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann vorgestellt, der sehr angetan war. Es könnte schon im September starten“, sagt Schulze. Das Konzept orientiert sich an der neuen Bildungsstrategie, die zunächst für 13 ausgewählte Kitas, in denen die Kinder einen besonderen Förderbedarf haben, zusätzliche Gelder vorsieht. Pro Kind und Jahr können 150 Euro extra für besondere Angebote ausgegeben werden. Das würde laut Konzept reichen, um den Kindern zehn Klettereinheiten je 90 Minuten anzubieten. Möglich sei das Klettern im Mandala in der Neustadt, der Kletterarena an der Zwickauer Straße und dem XXL an der Breitscheidstraße. Das Angebot sieht das Bouldern, also das Klettern in niedriger Höhe an künstlichen Kletterwänden, vor. Mit zum Konzept gehört außerdem ein Angebot für therapeutisches Klettern, das sich einerseits präventiv an Kinder richtet, die psychosozialen Belastungen ausgesetzt sind. Dabei sollen durch das Klettern ihre Stärken und Kompetenzen ausgebaut werden. Andererseits gilt dieses Angebot für Kinder mit „besonderen Lern- und Lebenserschwernissen“.

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Um diese Kinder optimal betreuen zu können, wird hier eine Gruppengröße von nur zehn Kindern empfohlen. Während beim Bewegungsangebot ausgebildete Trainer die bis zu 20 Kinder betreuen sollen, setzt der therapeutische Ansatz auf Sozial- und Heilpädagogen oder Ergotherapeuten. Die Organisation mit der Fahrt zur Kletterhalle und die Unterstützung vor Ort müssten jeweils die Kita-Erzieher leisten. Auf Nachfrage erklärt die Stadtverwaltung, dass sie derzeit prüft, wie das Klettern in den städtischen Kitas angeboten werden kann. Es laufen Gespräche mit den Anbietern sowie dem Stadtsportbund.

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