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Kita-Plätze werden teurer

Die Kosten für die Betreuung der Kinder steigen seit Jahren. Lange hat die Stadt Stolpen das ausgeglichen. Nun bittet sie Eltern zur Kasse.

© Symbolfoto: dpa

Von Anja Weber

Stolpen. Eine gute Betreuung kostet auch etwas. Von diesem Grundsatz haben sich Stolpens Stadträte leiten lassen und der Erhöhung der Beiträge für Krippe, Kindergarten und Hort zugestimmt. Doch das ist nicht der einzige Grund.

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Der städtische Zuschuss hat sich von 2008 bis 2016 verdoppelt. Lag er im Jahr 2008 noch bei 441 000 Euro, waren es im letzten Jahr schon 878 700 Euro. Das ist unter anderem in den gestiegenen Betriebskosten der Einrichtungen begründet. Und in den Personalkosten. Immerhin wurde der Betreuungsschlüssel im Kindergarten von 13 Kindern pro Erzieherin auf zwölf verändert. Ab diesem Monat hat sich auch der Betreuungsschlüssel für Krippenkinder geändert, sodass auch dort mehr Personalkosten anfallen. Außerdem wurde mit den Kleinen Weltentdeckern eine weitere Einrichtung in Stolpens Bedarfsplan aufgenommen. Auch deren Betriebskosten finden sich im Haushalt wieder. Dazu kommt, dass der Landkreis für Geschwisterkinder und Alleinerziehende seit 2010 nur noch eine Pauschale trägt.

Bislang hat der städtische Haushalt die erhöhten Kosten getragen. Inzwischen kann das Stolpen nicht mehr allein abfedern und beteiligt die Eltern stärker daran. So kostet der volle Elternbeitrag für ein Krippenkind ab dem 1. Oktober 180,66 Euro statt bisher 177,44 Euro. Die Summe für ein Kindergartenkind steigt von 106,82 auf 114,79 Euro, und für ein Hortkind müssen 63,69 Euro statt bisher 62,48 Euro pro Monat bezahlt werden. Außerdem halbiert die Stadt ihre Zuschüsse für Geschwisterkinder. Im Vergleich zu den Betreuungskosten in umliegenden Städten und Gemeinden kommen die Stolpener Eltern dennoch ganz gut weg. So kostet in Neustadt die Betreuung eines Krippenkindes 189 Euro und in Dürrröhrsdorf-Dittersbach 187,50 Euro. Ähnlich sieht es auch im Kindergarten- und im Hortbereich aus.

Für die Stolpener Stadträte schien es deshalb offenbar angemessen, mit der Gebührensteigerung nachzuziehen. Sie sicherten sich auch das weitere Mitspracherecht bei künftigen Erhöhungen, welches in anderen Kommunen bereits abgeschafft wurde. Darüber hinaus forderte die CDU-Fraktion eine Überwachung der Betriebskosten in den einzelnen Einrichtungen.

Doch bezüglich der Kinderbetreuung hat Stolpen ein weiteres Problem: Krippenplätze werden knapp. Der Stadtrat hat die Verwaltung aufgefordert, sich Gedanken zu machen, wie mehr Plätze entstehen können. „Wir werden uns mit der Volkssolidarität, einem der Träger, unterhalten, ob am Haus am Steinweg ein Anbau möglich wäre“, sagt dazu Bürgermeister Uwe Steglich (FDP). Die Kindertagesstätte sei bereits so gebaut worden, dass sie im Bedarfsfall erweitert werden kann. Ein Gespräch soll es Anfang November geben.