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Kita-Platz jetzt per Maus-Klick

Seit September können Eltern ganz bequem die passende Betreuung in Radeberg suchen. Das nützt auch dem Rathaus.

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© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Ein bisschen war es wie im Fernseh-Studio: Alle Kameras – wenn auch „nur“ Fotoapparate – waren auf Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) gerichtet, als er im Sitzungssaal des Rathauses tatendurstig auf einen roten „Buzzer“ schlug. Aber diesmal ging es nicht etwa darum, dass der OB als Erster eine Antwort auf eine TV-Quiz-Frage kannte – wofür die Buzzer ja offensichtlich erfunden wurden –, sondern vielmehr läutete Lemm mit diesem Knopfdruck ein neues Zeitalter bei der Vergabe von Kita-Plätzen in Radeberg ein.

Ab sofort können Eltern ihre Kinder nämlich ganz bequem per Maus-Klick am heimischen Computer für den Kindergarten, den Hort oder bei einer Tagesmutter in Radeberg anmelden. Das geht nicht nur einfach, sondern sorgt auch in den Kitas und vor allem in der Stadtverwaltung für jede Menge Übersichtlichkeit. „Denn bisher war es schon schwierig, die Übersicht zu behalten, ob sich Eltern mehrfach angemeldet haben – und welche Kita gerade freie Plätze anbieten kann“, beschreibt Petra Weder, die zuständige Sachgebietsleiterin Soziales im Rathaus. Nun haben also sowohl die Kita-Leiter eine stets aktuelle Übersicht über Anfragen, als auch die Eltern schnell Klarheit, ob sie in der von ihnen favorisierten Kita einen Platz für ihr Kind bekommen oder eventuell auf eine andere ausweichen müssen. „Klar ist aber, dass wir derzeit für jedes Kind einen Platz anbieten können – für Kindergartenkinder sowieso, für Krippenkinder in den Kitas oder auch bei Tagesmüttern“, macht Radebergs Stadtoberhaupt deutlich.

Schon lange nach geeignetem Modell gesucht

Und Lemm ist auch sichtlich froh, „dass die fast zehnjährige Suche nach einer solchen sinnvollen Möglichkeit endlich erfolgreich war“. Denn die Stadt habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, „die Kaiser-Wilhelm-Zeiten zu überwinden“, spielt Lemm darauf an, dass es im Zeitalter des Internets und der Computer natürlich alles andere als zeitgemäß war, sich in den Kitas schriftlich zu bewerben, die Stadt dann unter Umständen mit einem Berg von Anträgen aus den Kitas überschüttet wurde und erst dann feststellte, dass manche Kinder in beinahe jeder Kita angemeldet gewesen waren und man dann erst mal gemeinsam mit den Kitas und den Eltern die passende Variante suchen musste. Probiert habe die Stadt eine Menge, „aber keines der angebotenen Programme war wirklich so, dass wir gesagt haben, das ist für die Eltern einfach nutzbar und sinnvoll für uns“, blickt Petra Weder zurück.

„Außerdem fehlte mir bisher auch der Überblick über die Kita-Angebote der Stadt – das ist jetzt supereinfach“, schwärmt Jacqueline Krüger, die am gestrigen Donnerstag mit ihrer drei Monate alten Tochter Nele in den Ratssaal zum Start des neuen Portals gekommen war. Nele war damit die Erste, die nun per Maus-Klick für einen Kita-Platz angemeldet wurde. „Bisher ging das ja eher durch Hinweise von Bekannten, die dann auch erzählt haben, welche Möglichkeiten und Vorzüge es in dieser oder jener Kita gibt“, beschreibt die junge Mutter. „Auf dem neuen Internet-Portal kann ich mir in aller Ruhe die Porträts der einzelnen Kitas anschauen und dann die passende heraussuchen“, freut sie sich.

Datenschutz wird gewahrt

Und dieses Heraussuchen und Bewerben funktioniert dabei wirklich kinderleicht. Nötig ist lediglich eine Anmeldung. Die Daten von Eltern und Kind – im übrigen auch von noch ungeborenen – werden eingegeben und der Computer bietet dann bereits eine passende Vorauswahl an Betreuungsplätzen an. Denn der Computer weiß, wann und wo ein entsprechender Platz frei wird. Dann können die Eltern drei Kitas auswählen und bekommen anschließend schriftlich oder auch per Mail – je nach Wunsch – eine Antwort der Kitas.

„Natürlich wird der Datenschutz absolut gewahrt“, macht Frauke Sturm deutlich. Sie und Kathleen Kleinhempel vom Portal-Betreiber Little Bird haben in den vergangenen Monaten das Projekt für Radeberg auf den Weg gebracht. Wie schon zuvor in über einhundert deutschen Städten. Start für Little Bird war vor einigen Jahren in Heidenau, als Nächstes wird Pulsnitz auf das System setzen.

18 000 Euro hat Radeberg in das Projekt investiert, jährlich kostet das Ganze dann jeweils 3 000 Euro. „Aber das ist wirklich gut investiertes Geld, weil es zum einen eine Menge teuren bürokratischen Aufwand minimiert – aber vor allem den Eltern und den Kindern nützt“, stellt ein sichtlich zufriedener OB klar.

www.little-bird.de/radeberg