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Kita-Streik trotz neuer Gespräche

Die Belastungsprobe für Eltern geht weiter: Am Dienstag treten Erzieher in sechs sächsischen Städten in den Ausstand. Neue Gespräche zwischen beiden Seiten lassen Betroffene hoffen.

© dpa

Leipzig. Zu Beginn der vierten Streikwoche haben rund 250 Erzieher in Leipzig, Zwickau, Wilkau-Haßlau und Werdau ihre Arbeit niedergelegt. Erstmals seit Beginn des Arbeitskampfes wollten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften am Montag in Berlin wieder an den Verhandlungstisch setzen. „Die Wiederaufnahme der Gespräche ist ein Signal und ein erster Schritt der Verhandlungspartner, den Tarifkonflikt zu beenden“, sagte Verdi-Landesbezirksleiter Oliver Greie am Montag.

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Der Kita-Streik solle aber fortgesetzt werden, bis es ein vertretbares Angebot gebe. Eltern müssen sich daher am Dienstag auf geschlossene Kindertagesstätten und Horteinrichtungen in Leipzig, Chemnitz, Freiberg, Altendorf, Leisnig und Döbeln einstellen. In Chemnitz bleiben am Dienstag von den insgesamt 69 Kitas 31 geschlossen.

In den anderen Häusern soll eine Notbetreuung für die Kinder von Alleinerziehenden oder Berufstätigen angeboten werden. In Zwickau öffnen insgesamt neun Kitas für eine solche Notbetreuung - vier mehr als bisher. Dennoch rief die Stadt dazu auf, das Angebot nur dann zu nutzen, wenn es keine andere Möglichkeit gebe.

Die Gewerkschaften fordern eine höhere Eingruppierung der bundesweit rund 240 000 Erzieher und Sozialarbeiter. Das würde laut Verdi zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen. Nach Darstellung der kommunalen Arbeitgeber sind die Forderungen nicht bezahlbar.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) rief Gewerkschaften und Arbeitgeber dazu auf, den Tarifkonflikt am Verhandlungstisch zu lösen. „In der vierten Streik-Woche schwindet das Verständnis der Eltern rapide.“ Laut Jung würde die Forderung der Gewerkschaften den städtischen Haushalt mit rund zehn Millionen Euro pro Jahr zusätzlich belasten. Der OB forderte den Bund auf, sich stärker an den Kosten frühkindlicher Bildung zu beteiligen. „Es kann nicht sein, dass die Kosten einseitig den Städten und Gemeinden aufgebürdet werden.“ (dpa)