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Kittelschürzenbande mit 400 Plinsen

Das Feriencamp des Westlausitzer Fußballverbandes auf dem Darß ist ohne Helfer und Betreuer undenkbar. Auch in der Küche.

© Nico Morawa

Von Gojko Sinde & Nico Morawa

Kamenz. Seit 2011 führt der Westlausitzer FV das Ewag Kamenz-Ferienfußballcamp in Fuhlendorf auf dem Darß durch. Im achten Durchgang erleben derzeit zwei Mädchen und 54 Jungen eine ereignisreiche Woche an der Ostsee. Täglich wird auf dem Rasenplatz der TSG Zingst trainiert. Doch nicht nur Fußball wird gespielt. Ausflüge per Boot nach Born, eine Wanderung nach Wiek ergänzen unter anderem das Programm. Die Mädchen und Jungen sind aus 19 Vereinen der West- und Oberlausitz, sowie aus der Region Dresden.

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Mit dem täglichen Tagebuch auf www.wf-verband.de kann man die Erlebnisse der Camp-Truppe hautnah verfolgen. 14 Betreuer, darunter Trainer, Busfahrer, sowie Helferinnen und Helfer, sorgen dafür, dass es den Kindern an nichts fehlt. Lediglich das Frühstück wird durch die Gastgeber serviert. Alle weiteren Mahlzeiten und Snacks werden je nach Tagesablauf selbstständig organisiert. Die Camp-Durchführung zu einem sehr moderaten Preis ist nur möglich, da zahlreiche regionale Unterstützer in der Heimat einen wesentlichen Anteil vor allem mit Sachspenden übernehmen.

Das Camp geht noch bis zum Sonnabend, und auch am vierten Tag wurde der Küchencrew ein echtes Zwischenhoch abverlangt. An die 400 Plinsen wurden am Vormittag in drei Stunden gequirlt und gerundet, danach gestapelt. Diese wurden dann vor dem heiß ersehnten Verzehr nur noch erwärmt. Es schmeckte allen, egal ob mit Zucker, Apfelmus oder pur. Das berechtigte Lob war nicht zu überhören. Die abgefüllten Plinsenbäuche ruhten danach, bevor es darum ging, neue Kondition aufzubauen.

In fünf Wettbewerben, also im Tischtennis, Jonglieren, im Eins gegen Eins in der Ewag-Socceranlage, im Volleyball sowie bei „Opa Josels Camp-Bingo“. Der Bautzner Josef Schwan versteht es nämlich, die Kinder zu begeistern. Seine Laune, sein Humor sind einfach überragend.

Besuch von Sportfreunden

Völlig spontan ergaben sich noch zwei Begebenheiten. Zuerst ankerte eine Familie eines Ewag-Campers im Lager, um mal zu schauen, ob es allen gut geht. Der zweite ungeplante Besuch meldete sich ganz offiziell an. In der Nähe urlaubende Sportfreunde vom SV Gnaschwitz-Doberschau und dem Baruther SV wurden auf das Camp aufmerksam und schauten mal im Ferienlager vorbei. Geniale Sache – jeder Besuch ist herzlich willkommen! Man sollte aber entweder zum Frühstück, oder nach dem Abendbrot aufschlagen – in den Zeiträumen zwischen diesen Mahlzeiten machen die Nachwuchskicker mit ihren Betreuern eher mal die Gegend unsicher, das heißt: Man ist abwesend.

Mittlerweile haben sich auch die Nächte beruhigt. Die Nachtwache der Erwachsenen profitiert davon. Nach mittlerweile 72 Stunden Camp-Erlebnis setzt teilweise eine gewisse Ermüdung ein, zumindest phasenweise. Dazu dürfte am Abend des vierten Tages auch das satt machende Burger-Essen gesorgt haben, zumal man sich die Scheiben selbst belegen konnte. Die „Kittelschürzenbande“, also das fleißige Küchenteam übertrifft sich jeden Tag auf‘s Neue. Mal sehen, ob man nach Strand-Pizza, der Plinsen-Schwemme sowie den Burgern inklusive Zutaten das Niveau weiter halten kann. Am 4. Tag wurde übrigens auch ein Gruß in die Heimat abgesetzt – mithilfe des Camp-Partners Post Modern.

Und dann war die Campleitung noch unterwegs, um sich nach einer Herberge ab 2020 umzuschauen. Leider wurde ihr mit der Reservierung für 2019 ja mitgeteilt, dass der See-Igel ab 2020 in Rente geht. Wie man hört, ist man auch für das 10. Jubiläumscamp schon fündig geworden ...