Merken

Kläranlage bekommt Frischekur

Schlammbehandlung, Gebläse und die Belebung werden erneuert. Der Umbau wird sich bis 2018 hinziehen.

Teilen
Folgen
© Dietmar Thomas

Von Tina Soltysiak

Roßwein/Striegistal. Rund 800 000 Euro wird die Erneuerung der Kläranlage in Roßwein kosten. Das erforderliche Budget haben die Mitglieder des Abwasserzweckverbands (AZV) Obere Freiberger Mulde (OFM) während ihrer Sitzung am Montag einstimmig bewilligt. Das Geld ist im Wirtschaftsplan der OFM Abwasserentsorgung GmbH geplant.

Die Bauarbeiten werden umfangreich und müssen schrittweise realisiert werden, um den Betrieb der Anlage nicht zu unterbrechen, so Geschäftsführer Frank Lessig. Allein der Umbau der Schlammbehandlung wird rund 245 000 Euro teuer. Alle in der Kläranlage anfallenden Schlämme werden zusammen als Rohschlamm bezeichnet und der Schlammbehandlung zugeführt. Dieser wird durch Entzug von Wasser eingedickt. „Die Belebung und Gebläse müssen ebenfalls ersetzt werden“, so Lessig. In einem sogenannten Belebungsbecken übernehmen Kleinlebewesen wie Einzeller und Bakterien die weitere Reinigung des Abwassers. Die Kosten für diese beiden Vorhaben sind für das laufende Haushaltsjahr eingeplant. Für 2018 ist die Erneuerung der maschinentechnischen Ausrüstung sowie der Elektrotechnik vorgesehen.

Otzdorf ist am teuersten

Insgesamt möchte der Abwasserzweckverband in diesem Jahr 3,3 Millionen Euro investieren, so Frank Lessig. Am teuersten wird mit 687 000 Euro der zweite Bauabschnitt des neuen Schmutzwasserkanals in der Ortslage von Otzdorf. In der Ursprungs-planung gab es keine Unterteilung in zwei Abschnitte. Die Fertigstellung war für Ende des vergangenen Jahres vorgesehen. In Vorbereitung des Kanalbaus in Otzdorf hatte der AZV alle Versorgungsträger angeschrieben, darunter die Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft (DOWW). Nachdem von dieser zunächst keine Rückmeldung gekommen war, hatte sich dies im Juni des vergangenen Jahres geändert: Der Verband will mitbauen. Nur gemeinsam zu bauen, sei politisch und wirtschaftlich vertretbar, hatte Frank Lessig im Sommer 2016 während einer Stadtratssitzung in Roßwein erklärt (DA berichtete). Am Montag sagte der Geschäftsführer, dass die Bauarbeiten in diesem Jahr umgesetzt und abgeschlossen sein sollen.

Familie und Kinder
Familienzeit auf sächsische.de
Familienzeit auf sächsische.de

Sie suchen eine Freizeitplanung oder Erziehungsrat? Wir unterstützen Sie mit Neuigkeiten sowie Tipps und Tricks Ihren Familienalltag zu versüßen.

Sanierungsbedürftige Pumpwerke

Dieses Zeitlimit hat sich der Verband für die Fertigstellung des Regen- und Schmutzwasserkanals in der Chemnitzer Straße in Arnsdorf gesetzt. Zudem solle Arnsdorf an die Schmutzwasserortskanäle angeschlossen und übergeleitet werden. Die drei Vorhaben kosten insgesamt 1,37 Millionen Euro.

Etwa 145 000 Euro sind für die Erneuerung beziehungsweise Instandsetzung von Abwasserpumpwerken vorgesehen. „Das Pumpwerk Am Rahmen in Böhrigen ist unbedingt sanierungswürdig“, sagte Frank Lessig. An dieses sind künftig 1 000 Einwohner der Striegistaler Ortsteile Naundorf, Böhrigen, Arnsdorf und Dittersdorf angeschlossen. Die Idee sei, in Böhrigen den Schacht stehenzulassen und daneben einen neuen mit einem trocken aufgestellten Metallkörper zu setzen. In diesen soll ein separates Pumpwerk eingebaut werden. „Das hat zwei Vorteile: Zum einen stehen die Pumpen nicht mehr im Wasser, wodurch die Gefahr von Korrosion unterbunden wird. Zum anderen müssen die Mitarbeiter nicht mehr im Abwasser stehen, wenn sie etwas reparieren“, erklärte der AZV-Geschäftsführer. Die Pumpen seien teilweise maximal 20 Jahre alt. Das sei zu wenig. Ein weiteres Ziel dieser für Böhrigen vorgesehenen Lösung ist deshalb, dass die Pumpen länger als zwei Jahrzehnte halten, so Lessig.

Im Verbandsgebiet stehen insgesamt 35 Abwasserpumpwerke. „Der Erneuerungsbedarf ist hoch. Wir haben die Anlagen in drei Prioritäten eingeteilt: Alle mit Priorität 1 soll in diesem Jahr gebaut werden, mit Priorität 2 zwischen 2018 und 2020 und mit Priorität 3 ab 2021“, erklärte Frank Lessig. Höchste Priorität haben außerdem Pumpwerk in Böhrigen drei Anlagen in Haßlau: Trafostation, An der Feuerwehr und Am Sportplatz.

Die AZV-Mitglieder haben ihre Beschlüsse einstimmig gefasst. (mit DA/sig)