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Döbeln

Kläranlage reinigt künftig biologisch

Für den Bau der Reinigungsstufe werden über fünf Millionen Euro investiert. Danach folgt aber noch ein weiteres Projekt.

Im Klärwerk Hartha beginnt demnächst der Neubau der biologischen Reinigungsstufe. Klärwärter Lucas Rohwer zeigt die alte Vorklärung, hier entsteht später ein Regenrückhaltebecken.
Im Klärwerk Hartha beginnt demnächst der Neubau der biologischen Reinigungsstufe. Klärwärter Lucas Rohwer zeigt die alte Vorklärung, hier entsteht später ein Regenrückhaltebecken. © Lars Halbauer

Hartha. Der Abwasserzweckverband (AZV) „Untere Zschopau“ nimmt für die Sanierung der Kläranlage Hartha viel Geld in die Hand.

Der Neubau der biologischen Reinigungsstufe mit Vor- und Nachklärbecken kostet knapp 5,3 Millionen Euro. Auftragnehmer ist eine Bietergemeinschaft der beiden Firmen Gunter Hüttner aus Chemnitz und WKS Technik aus Dresden, die das wirtschaftlichste Angebot unterbreitet hat. „Es waren noch zwei weitere Angebote mit Preisen bis zu 7,1 Millionen Euro eingegangen“, sagte AZV-Geschäftsführerin Ina Wagner.

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Baubeginn ist im November. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum Herbst 2021. „Die Errichtung der neuen Anlage erfolgt bei laufendem Betrieb“, erklärte Ina Wagner. Der Neubau wird notwendig, weil die derzeitige Anlage aus den 1950er-Jahren verschlissen und veraltet ist. Es ist eine Tropfkörperanlage, die zu den ältesten Abwasserreinigungsverfahren gehört. Die Neue wird eine klassische Belebungsanlage. In der Anlage werden das Wachstum und die Aktivität von Mikroorganismen gefördert, um organische Abwasserinhaltsstoffe abzubauen. Das Belebungsverfahren entspricht weitgehend der Selbstreinigung in Gewässern, wird aber durch technische Maßnahmen, wie zum Beispiel die Zufuhr von Luft oder reinem Sauerstoff, erreicht.

Nach der Biologie soll außerdem noch ein neues Regenrückhaltebecken gebaut werden, damit der Steinaer Bach nicht stoßweise mit zusätzlichem Wasser belastet wird. Für ihn ist nur eine Einlaufmenge von 1800 Litern pro Sekunde genehmigt. Dieses Vorhaben ist für 2022 geplant.

In den vergangenen Jahren sind bereits die Schlammentwässerung sowie die Grobreinigung neu gebaut worden. Die Anlagen müssen einiges aushalten. Denn das Abwasser bringt so manches mit, das dort nicht hineingehört. Eine Toilettenbürste, Holz und Steine hat der Klärwärter schon herausgefischt. Die beiden größeren Rechen fangen gröbere Materialien ab, der Sandfang darunter die kleineren Partikel. Das Gröbere wird sofort in Plastikbeutel verpackt und in Containern entsorgt. Der Sand wird erst ausgewaschen, bevor auch diese Materialien abgefahren werden. Die Kapazität der neuen Anlage ist dieselbe wie bei der vorhergehenden. Bei trockenem Wetter beträgt der Durchlass 50 Liter pro Sekunde, bei Regenwetter 69 Liter pro Sekunde. Erneuert werden musste die erst 1996 gebaute Anlage, weil deren bewegliche Teile bereits verschlissen waren.

Das Regenüberlaufbecken wurde im vergangenen Jahr erweitert. Die Berechnungen im Zusammenhang mit der Aufstellung des Generalentwässerungsplanes für Hartha hatten ergeben, dass das alte Becken zu klein war. Es hatte ein Fassungsvermögen von 550 Kubikmetern. Mit dem Neubau wurde die Kapazität verdoppelt.

Dass so viel Wasser bei starken Niederschlägen zusammenkommt, hängt mit dem Mischwassersystem im Einzugsgebiet zusammen. Die Kapazitätserhöhung war notwendig, damit nicht unbehandeltes Wasser in die Gewässer gelangen kann. Im Becken setzen sich die Schmutzstoffe ab. Dafür gibt es drei Kammern mit den entsprechenden Klappen. Ist der Niederschlag vorbei und die Kläranlage wieder aufnahmefähig, wird der Inhalt des Beckens in die Kläranlage gepumpt. (DA/mit rt)