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Klage nach Unfall auf Rollsplitt

Der Versicherer des Landkreises Bautzen will nichts zahlen. Deshalb zieht eine Putzkauer Unternehmerin jetzt vors Gericht.

© Steffen Unger

Bischofswerda. Ein schwerer Unfall auf der Straße zwischen Schmölln und Putzkau im letzten Sommer wird möglicherweise bald das Amtsgericht in Bautzen beschäftigen. Ihr Anwalt bereite zurzeit die Klage vor, sagte Katrin Beyer, Inhaberin einer Praxis für Physiotherapie in Putzkau, auf Anfrage.

Sie klagt auf Schadensersatz für einen Kleinwagen, der bei dem Unfall Totalschaden erlitt, und beschädigte medizinische Geräte. Nach ihren Angaben hat das insgesamt einen Wert von rund 5 000 Euro. Einen Antrag auf Wiedergutmachung hatte der Kommunale Schadensausgleich – eine Art Haftpflichtversicherung für Städte, Gemeinden und Landkreise – abgelehnt.

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Ein Mitarbeiter der Praxis von Katrin Beyer war im August vergangenen Jahres auf der Fahrt von einem Patienten auf Rollsplitt ins Schleudern gekommen. Er verlor die Kontrolle über das Auto und rutschte in den Straßengraben. Dabei überschlug er sich und wurde schwer verletzt. Augenzeugen berichteten, es habe kein Warnschild auf den Splitt hingewiesen. Später stand dann ein Schild. Außerdem habe der betreffende Straßenabschnitt unmittelbar hinter einer Kurve begonnen, sei vom Fahrer also nicht einzusehen gewesen.

Zu prüfen ist nun, ob eine Pflichtverletzung des Straßeneigentümers, in diesem Fall der Landkreis Bautzen, vorliegt. Aufgrund des laufenden Verfahrens äußerte sich die Kreisbehörde in Bautzen auf Anfrage bisher nicht zu dem Fall. Zur angekündigten Klage der Putzkauer Physiotherapeutin kommen Ansprüche auf Schadensersatz ihres Mitarbeiters. Er kündigte an, Schmerzensgeld und einen Ausgleich für einen mehrwöchigen Verdienstausfall infolge seiner Krankschreibung einzufordern.

Nach Angaben des Landratsamtes Bautzen vom August gab es bisher nur einen vergleichbaren Fall, wo der Landkreis auf Schadensersatz verklagt worden ist. Zahlen musste die Kreisverwaltung damals nicht, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

Die Polizei hatte wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Körperverletzung im August Ermittlungen aufgenommen. Zu klären sei, ob der Straßenverkehrsbehörde des Kreises ein Versäumnis nachzuweisen ist, sagte ein Polizeisprecher. (SZ)