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Klamotten für den guten Zweck

Ein neuer Online-Shop in Bautzen unterstützt mit dem Verkauf von schicker Kleidung Projekte für mehr Toleranz in der Region.

© LaBa-Laden

Von Miriam Schönbach

Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

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Bautzen. Ihre jüngste Kreation zeigt das bekannte Hexenhaus-Motiv des Künstlers Rudolf Warnecke. Und für Nadja Busch, Betreiberin des LaBa-Ladens, ist klar. Das T-Shirt mit dem Bautzener Wahrzeichen könnte schon bald zum Renner in ihren Regalen werden. Allerdings existiert das Geschäft bisher nur in der virtuellen Welt. Zu ausgesuchten Anlässen, wie erst das Woèiñ woèi-Festival im Bautzener Steinhaus begeben sich die Macher mit ihrem Angebot aber auch ins reale Leben. Zum Sortiment gehören neben dem Warnecke-T-Shirt noch andere schicke Kleidung und Accessoires mit Bezug zu Bautzen und der Region. Doch die Geschichte vom LaBa-Laden beginnt eigentlich mit einer Socke und in Berlin. Dort fing Veselin Popovic, Autor des nunmehr eingestellten Blogs „Lauter Bautz’ner“, vor einem Jahr an, Strümpfe für den guten Zweck zu verkaufen. Mit dem Geld wollte er den Verein „Willkommen in Bautzen“ unterstützen.

Kind von acht Eltern

An dieser Stelle kommt Nadja Busch ins Spiel. „Ich fand die Idee damals irgendwie cool. Also schrieb ich Veselin einfach mal an und fragte, ob wir mit dem Logo des Blogs, der Roten Tüte, nicht einfach auch andere Dinge verzieren und die dann zum Verkauf anbieten wollen“, sagt die Informationswissenschaftlerin.

Aus den ersten Überlegungen entsteht schnell ein konkretes Projekt. Am 10. Juni dieses Jahres geht der Laden online. Seitdem wächst das Kind von gleich acht Eltern. „Das sind neben mir noch Bibliothekare, Beamte, Archivare, Fischer, Landschaftsarchitekten, Schüler, Altenpfleger, Informatiker und Gärtner. Alle diese Menschen sind zwischen Bautzen und Berlin tätig“, sagt Nadja Busch. Doch LaBa-Laden-Machern geht es um mehr, als nur Socken und T-Shirts zu verkaufen. Ihr Credo ist, das nur Produkte, die unter guten Bedingungen entstanden sind, im Sortiment landen. Das heißt: Gute Preise für gute Arbeits- und Produktionsbedingungen.

Aber das Team um Nadja Busch will noch mehr. An der Stelle, wo die Geschichte begann, die Socke für den guten Zweck, knüpfen sie an. Denn der Lauter Bautz’ner Laden unterstützt durch den Verkauf seiner Waren verschiedene Vereine in und um Bautzen, die sich für ein menschenwürdiges, tolerantes und nachhaltiges Leben einsetzen. Die Spenden für den Verein „Willkommen in Bautzen“ sind inzwischen Herzensangelegenheit. Dazu gekommen sind die Bautzener Tafel, Bautzen rollt, Die Ganzmacher und Mission Lifeline. Knapp 600 Euro konnten so schon an die Vereine im vergangenen halben Jahr überwiesen werden.

Darüber hinaus möchte der LaBa-Laden aber auch jungen wie älteren Künstlern eine Plattform geben, sich mit ihrer Umgebung auseinandersetzen. „Wir möchten die künstlerisch-textile Beschäftigung mit dem multikulturellen Landstrich zwischen Weißwasser, Görlitz, Zittau und Bischofswerda fördern“, sagt die Berlinerin. Bisher wurden und werden viele der im Laden erhältlichen Waren von unterschiedlichen Menschen des LaBa-Teams entwickelt und designed. „Anregungen gibt’s in der Oberlausitz ja zur Genüge“, so Nadja Busch.

100 Prozent Oberlausitz im Beutel

Die Oberlausitz ist auch ein perfektes Stichwort für die Herstellung der LaBa-Kollektionen. „Wir versuchen, so lokal und nachhaltig wie möglich zu produzieren“, sagt die Ladenbesitzerin. Und das gelingt immer häufiger. Zum Beispiel wurde der Turnbeutel „Walkt the lein“ nahezu zu 100 Prozent in der Oberlausitz gefertigt. Der Stoff, übrigens ein sogenanntes Mangeltuch aus Leinen, kommt aus Neukirch/Lausitz. Dort erfolgt auch die Fertigung. Das Etikett entsteht in Bretnig-Hauswalde und die Kordel wird in Bautzen gedreht.

Doch die LaBa-Laden-Macher denken schon über neue Projekte nach. Derzeit tüfteln sie gerade an einer weiteren T-Shirt-Kollektion, die auf eine Handvoll Leinen trifft. „Außerdem wollen wir, wenn das Online-Geschäft gut läuft, einen analogen Laden im dünnen B. an der Spree nicht ausschließen“, sagt Nadja Busch. Mit dem dünnen B. an der Spree ist selbstverständlich Bautzen gemeint. Bis es aber soweit ist, lohnt sich auch ein Bummel durch das virtuelle Geschäft. Und vielleicht landet dann im Einkaufskorb auch das T-Shirt mit dem Hexenhaus von Rudolf Warnecke.

shop.lauterbautzner.eu