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Klassentreffen mit Maschine

Glückliche Fans im Volkshaus: Ex-Puhdys-Frontmann Dieter Birr ist Sonnabend zu Gast gewesen.

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© André Braun

Von Dirk Westphal

Döbeln. Genau 25 Jahre sind vergangen, nachdem Dieter „Maschine“ Birr – ein Leben lang Frontmann der bekanntesten und erfolgreichsten Rockband der ehemaligen DDR, den Puhdys – mit seiner damalig neuen Gruppe „Maschine und Männer“ im Staupitzbad auftrat. Die Puhdys hatten damals aufgehört, das neue Projekt wollte kaum jemand sehen. „Waren nicht viele da, wa“, berlinerte der Sänger und erklärte gegenüber dem Döbelner Anzeiger den Unterschied zwischen seiner ersten und nunmehr zweiten Solokarriere nach dem endgültigen Ende der Kultband: „Damals hatten wir keine Chance. Heute hat man mehr Erfahrung, geht die ganze Sache mit mehr Selbstvertrauen an.“

Und so plauderte ein supergelaunter Rockstar im sehr gut gefüllten, aber nicht ausverkauften Volkshaus vor Fans von Pirna bis Rochlitz, von Torgau bis Chemnitz, die meisten davon im mittleren Alter, über alte Erfolge und die neuen Wege, die der fit wie nie wirkende 72-Jährige derzeit geht. Gesprächspartner Kai Suttner moderierte locker durch den Abend. „Du hast noch gar nichts gemacht und der Saal steht Kopf, das ist ja ein Heimspiel“, begrüßte der ehemalige Tourmanager der Puhdys Dieter Birr. Dieser führte das auf eine tolle fast 47-jährige Vergangenheit mit der Kultband zurück und hofft nun natürlich auch auf eine ebenso tolle Zukunft. „Ich muss niemand mehr etwas beweisen, muss mit Lob und Kritik alleine umgehen“, sagte Birr und erklärte das Ende der Puhdys: „Es wäre ganz schlimm, wenn uns hätte niemand mehr hören wollen. Und wenn man nach solch einer Karriere noch Zeit hat, sich selbst zu verwirklichen, ist das doch schön.“ Die Leute im Saal nicken zustimmend und tuscheln: „Genauso ist es.“ Und das tun sie nicht nur einmal an diesem Abend.

Im weiteren ersten Teil der Talkrunde sprach Maschine über seine musikalischen Anfänge mit dem Akkordeon, anderen Bands und eben den Puhdys. Dass diese nie eine Oldieband sein wollten und immer neues musikalisches Material am Start hatten. „Ein Konzert muss beginnen wie ein Erdbeben, aber dann muss es hoch und runter gehen. Die Balance muss stimmen. Es war immer der Anspruch, den Leuten etwas Neues zu bieten, diese zu unterhalten“, sagte Birr. Das galt auch für die musikalische Lesung. „Klar, es gibt Eckpunkte, aber dann entwickelt sich der Talk“, erklärte Suttner die nie langweilig wirkende Veranstaltung. Bei der lauschten die Fans zeitweise andächtig, um dann l abzurocken als Maschine die Akustikgitarre in die Hand nahm und den Saal mit „Regen“, einem Hit vom vorherigen Soloalbum, und „Helden meiner Generation“, der aktuellen Singleauskopplung des Albums „Neubeginner“, zum Kochen brachte.

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Im zweiten Teil des Abends gab Dieter Birr weitere Geschichten aus 47 Jahren Puhdys aber auch aus seinem Privatleben zum Besten, die in seiner Autobiografie „Maschine“ nachzulesen sind. „Ich habe viel Glück gehabt und ich hoffe, dass alles so bleibt oder steigt“, sagte er, um nochmals zur Gitarre zu greifen und die Rampensau rauszulassen. „Auf das Leben“, „Boote der Jugend“, „Eisbären“ und „Auf Lebenszeit“ – die Fans zeigen sich dankbar für jeden Song und einen Abend, der nicht nur über die zwei Stunden wie ein großes Klassentreffen wirkte, sondern auch danach. Denn dann stand der wohl größte Rockstar des Ostens allen Besuchern geduldig für Erinnerungsfotos bereit.