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Klassenzimmer sollen größer werden

Der Dresdner Schulbürgermeister stellt neues Konzept vor. Doch der Stadtrat hat es nicht abgesegnet.

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© dpa

Dresden. Mehr Platz für Schüler. In neu gebauten Schulen werden die Klassenzimmer künftig sieben Quadratmeter größer. Das sieht zumindest eine neue Richtlinie zum Schulbau vor. Der Unterricht soll künftig auf 70 statt auf 63 Quadratmetern stattfinden. Der Grund: Dresden will auf Fördermittel vom Freistaat für den Schulneubau nicht verzichten. Und die gibt es nur, wenn die Fläche größer wird, so Schulbürgermeister Peter Lames (SPD). Der Stadtrat muss der Richtlinie aber am 3. November erst mal zustimmen.

Wie hoch die Mehrkosten für die größeren Klassenräume genau sind, ist bislang unklar. Lames nannte als Beispiel lediglich ein vierzügiges Gymnasium. Hier rechnet er mit rund 500 000 Euro mehr Baukosten, wenn man von 2 000 Euro pro Quadratmeter ausgeht. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hatte angekündigt, in den nächsten fünf Jahren rund 540 Millionen Euro in den Schulaus- und -neubau stecken zu wollen. Das will er bei den Haushaltsverhandlungen im Stadtrat durchsetzen.

Doch im städtischen Haushalt wird ein dickes Minus klaffen. Das steht schon fest. 65 Millionen Euro Miese erwartet Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) für den Haushalt 2017/2018. Gründe dafür sind steigende Ausgaben für Kitas, Rathauspersonal und Hilfen für überforderte Eltern. Außerdem muss Dresden aus dem Förderprogramm „Brücken in die Zukunft“ vom Freistaat anderen Kommunen etwas abgeben. Rund 21 Millionen Euro gehen an die ländlichen Regionen. Insgesamt soll die Stadt 105 Millionen Euro vom Land für Schulbau- und -sanierung bekommen.

Die neue Leitlinie ist an moderne Unterrichtsmethoden angepasst, sagte Falk Schmidtgen, Leiter des Schulverwaltungsamtes. Jahrgangsübergreifender Unterricht und Projektarbeit werden schon seit Jahren praktiziert, jetzt sollen die Klassenzimmer daran angepasst werden. Wird eine Schule saniert, sollen künftig kleine Räume zu großen zusammengelegt werden. In diesen werden dann auch mal mehrere Klassen eines Jahrganges zusammen unterrichtet .

Neu ist, dass künftig Schüler, Eltern, Lehrer und Schulleitung bei größeren Bauvorhaben mitreden können. Schulbaukonferenz nennt Lames diese Runden. Mitarbeiter der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung moderieren die Gespräche und arbeiten mit Eltern, Architekten, Schulleitern und Ämtern an einem Entwurf. Das Konzept wird bei den Planungen für die Schulen in Pieschen, Tolkewitz und 76. Grundschule in Briesnitz genutzt. (SZ/jv)