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Klein Priebuser von der Telekom abgehängt

Seit einem Gewitter ist bei Eberhard Platter die Leitung tot. Und nach über sechs Wochen auch seine Geduld am Ende.

© Jens Trenkler

Von Constanze Knappe

Der Ausdruck, wie sich Eberhard Platter derzeit vorkommt, ist nicht druckreif, der Ärger des 60-Jährigen dafür umso mehr nachvollziehbar. Seit dem 26. August ist bei dem Klein Priebuser „tote Hose“. Jedenfalls was die Verbindung zur Außenwelt angeht. Seit einem Gewitter an jenem Tag funktioniert bei ihm zu Hause weder Telefon noch Internet. Eberhard Platter nahm es anfangs gelassen – mit der Vermutung, wohl nicht der einzige Betroffene zu sein. Er informierte umgehend seinen Telekommunikationsanbieter. Die Telekom schickte auch einen Monteur. Doch als dieser befand, dass das Problem am Router liegen müsse, schwante Eberhard Platter nichts Gutes.

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Denn ein Bekannter hatte eben jenes Gerät, welches die über die Telefonleitung ankommenden Informationen auf Telefon und Computer verteilt, vorab bereits gecheckt und dabei keinerlei Störungen festgestellt. Der Telekom-Monteur vermutete daraufhin, dass der Schaden an der Leitung bestehe. Er wandte sich an den Leitungsdienst (eine andere Firma) und sagte Herrn Platter, dass jenes Unternehmen sich melden werde. Nichts dergleichen geschah.

Verärgert wandte sich Eberhard Platter erneut an die Telekom. Nachdem er in deren Hotline „festhing“, erklärte man ihm schließlich, dass umfangreiche Messungen nötig seien und man diese umgehend ausführen werde. Es vergingen Tage, ohne dass sich etwas tat oder Herr Platter etwas hörte. Anfang September wandte er sich wiederum an die Telekom. Mit der Frage, ob das Problem bis zu seinem Urlaub beseitigt sei. Von seinem Urlaubsort aus wollte er Zugriff auf die Überwachungskamera auf seinem Grundstück haben. Bei der Telekom teilte man ihm stattdessen mit, dass man ja nun, da er ohnehin nicht da sei, Zeit für die Langzeitmessungen habe.

Zwei Wochen später aus dem Urlaub zurück funktionierten Telefon und Internet noch immer nicht. Sie müssten noch eine Langzeitmessung machen, hieß es von der Telekom. Abermals kam ein Monteur. Und auch dieser ging mit der Feststellung, dass man das Problem dem Leitungsdienst übergeben werde. Der nächste Termin war für den 7. Oktober angesetzt. „Ich habe mir gleich gedacht, dass sonnabends kein Monteur kommen würde“, so Platter. Und er sollte recht behalten. Er bekam eine SMS mit einer Absage. Nach einem erneuten Anruf bei der Telekom ist nun ein Monteur für Donnerstag angekündigt. Es sei wohl der sechste Versuch, den Gewitterschaden zu beseitigen, sagt der Klein Priebuser. Er habe aufgehört zu zählen, wie oft er dafür habe anrufen müssen. Mit seinem Handy. Abgesehen von den hohen Kosten, habe er in Klein Priebus schlechten Empfang.

Erst vor zwei Jahren war Eberhard Platter von Forst dorthin gezogen, hatte sich für das Grundstück entschieden, „weil es dort schön ruhig ist.“ Es sei schwer gewesen, überhaupt einen Festnetzanschluss für Telefon und Internet zu kriegen, weil es nach Aussage der Telekom keine freie Leitung mehr gab. „Dann ging es aber doch relativ schnell“, erinnert er sich. In der Freude darüber ahnte er seinerzeit nicht, was ein Gewitter für ihn bedeuten würde.

Einer der Monteure riet ihm inzwischen, dass er, sobald sein Anschluss wieder hergestellt sei, eine schriftliche Beschwerde an die Telekom schicken möge. Dann bekäme er eine Gutschrift. Die Aussicht darauf hilft Platter nicht weiter. Erst mal will er nur eins: dass Festnetzanschluss und Internet wieder funktionieren.