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Wirtschaft

Klimanotstand für den Wald

Der deutsche Wald leidet. Deshalb fordern die unionsgeführten Forstressorts der Länder einen Masterplan. In Moritzburg soll er ausgehandelt werden.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU).
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). © dpa

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will im September zu einem nationalen Waldgipfel einladen. Das habe ihr Ministerium bestätigt, berichtet der Berliner "Tagesspiegel". Klöckner komme damit unter anderem einer Forderung des Bundes Deutscher Forstleute (BDF) nach. Angesichts von Dürre, Bränden, Stürmen und Käferbefall hatte der Verband Mitte Juli den Klimanotstand für den Wald ausgerufen. Der Wald stehe vor dem "Kollaps", hieß es. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte zuletzt vor einem "Waldsterben 2.0." gewarnt.

Am Donnerstag wollte sich Klöckner zunächst mit Forstministern unionsgeführter Bundesländer in Moritzburg bei Dresden treffen. Dort wollten die Landesminister Klöckner eine "Moritzburger Erklärung" übergeben, in der ein bundesweiter Masterplan für den Wald gefordert wird.

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Klöckner hatte zuletzt selbst ein großangelegtes Programm zur Wiederaufforstung in Deutschland gefordert, das aus dem Klimafonds der Bundesregierung bezahlt werden soll. Ihrem Ministerium zufolge werden mehrere Millionen Bäume benötigt, um den Verlust auszugleichen. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer (AGDW) sind seit dem vergangenem Jahr bundesweit 110.000 Hektar Wald verloren gegangen. Insgesamt verfügt Deutschland etwa über elf Millionen Hektar Waldfläche.

Auch das Bundesumweltministerium fordert im Kampf gegen das Waldsterben eine neue Waldstrategie. Anfällige Fichtenwälder durch anfällige Fichtenwälder zu ersetzen, löse das Problem nicht, sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth dem "Tagesspiegel". Der Klimawandel mache es besonders nötig, auf widerstandsfähige Wälder zu setzen, und das seien Mischwälder. Mit rund 40 Prozent sei der Mischwaldanteil noch zu niedrig. Auch will das Umweltministerium den Flächenanteil von Urwäldern in Deutschland auf fünf Prozent anheben und damit verdoppeln. Im öffentlichen Wald sollen es zehn Prozent sein.

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Die privaten Waldbesitzer fordern zudem eine gesellschaftliche Honorierung für die Klimaleistung des Waldes. "Wenn wir künftig über eine CO2-Abgabe für Verursacher nachdenken, ist es nur folgerichtig, dass diejenigen die CO2 speichern - wie der Wald - berücksichtigt werden", sagte der Verbandspräsident und CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Georg von der Marwitz der Zeitung. Der Wald speichere jährlich über 127 Millionen Tonnen CO2. Das seien rund 14 Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes der deutschen Volkswirtschaft. (epd)