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Klimawandel

Manche leugnen ja die Hitze. Im Stadtrat macht sie sich aber deutlich bemerkbar.

© Youssef Safwan

Von Andreas Weller

Messerverbot in Asylunterkünften – oder so ähnlich, forderte die NPD in der Stadtratssitzung in dieser Woche. Dann schwafelte der braune Mann im hellen Sakko noch etwas davon, dass die dort das Brot ja auch brechen können. Blasphemie, möchte man da aufschreien. Erst über die Islamisierung und das Lockersitzen von Messern schwadronieren und dann Dinge verlangen, die sonst nur Jesus kann. Demnächst erwartet er noch, dass sie übers Wasser zurück in ihre Heimat gehen.

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Um jede Menge Kriminalität und einen hohen Anteil an Arbeitslosen ging es AfD-Mann Stefan Vogel. Damit begründete er, weshalb Gorbitz seiner Meinung nach erst in frühestens zehn Jahren so weit sei, ein Gymnasium zu bekommen. Denn das muss man sich selbstverständlich verdienen, also durch Arbeit, und dann bleibt keine Zeit für Verbrechen. AfD-Logik eben. Dass die Mehrheit im Stadtrat es in Problemvierteln mit Bildung probieren will, Chancen gerechter zu verteilen, ist natürlich Humbug. Noch nie – seit Bestehen der AfD – konnte jemand beweisen, dass Bildung für irgendwas notwendig ist.

Denn der Beweis für den Klimawandel ist laut AfD nicht erbracht. Sämtliche Experten, die den herbeireden, denken sich das selbstverständlich nur aus, um der AfD zu schaden. Entweder war von der AfD in diesem Sommer gar keiner draußen oder alle – dann aber zu lange ungeschützt. Aber dieses Gedankengut scheint ansteckend. CDU und FDP wirkten latent infiziert. „Klasse Klima, so schön bunt“, frohlockte FDP-Chef Holger Zastrow. Wenn braune Blätter im August seine Lieblingsfarbe werden, muss man sich wohl Sorgen machen.

Wer nun denkt, die Verwaltung hat es ebenfalls erwischt, irrt. Diese handelt in jedem Fall rein logisch. Ein Beispiel: Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen sagte im Rat, diesen Samstag finde der autofreie Sonntag statt. Es verwirrt zwar, ist aber einleuchtend. Denn daran schließt sich am Montag der verkaufsoffene Sonntag an und der lange Donnerstag – einige erinnern sich vielleicht noch, als früher die Läden einen Tag in der Woche (donnerstags) bis 20 Uhr geöffnet hatten – findet in Dresden nun mal traditionell jeden Vormittag statt. Das ist amtlich so geregelt, weil es sonst Kollisionen mit den Öffnungszeiten der Ämter geben würde, die nun mal wochentags generell geschlossen sind. Zeit für Abkühlung!