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Dürre und Käfer machen Sachsens Kletterwäldern zu schaffen

Stürme und Dürreperioden in den letzten Jahren haben die Bäume der sächsischen Wälder geschwächt. Die Konsequenzen spüren jetzt auch einige Kletterwälder.

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Gekürzte Fichten stehen auf dem Gelände des Kletterwaldes in der Dresdner Heide.
Gekürzte Fichten stehen auf dem Gelände des Kletterwaldes in der Dresdner Heide. ©  Archiv: dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Kletterparks in sächsischen Wäldern haben nach einigen Dürrejahren mit starkem Borkenkäferbefall zu kämpfen. Hauptsächlich betroffen sind Wälder mit vielen Fichten. Kletterparks, die in Waldstücken mit vielen Laubbäumen liegen, haben dagegen kaum Probleme. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei verschiedenen Betreibern.

Der Kletterwald Dresdner Heide muss wegen Borkenkäferbefalls sogar schließen. Die Schädlinge haben der Anlage zu stark zugesetzt, das Klettern sei nicht mehr sicher. "Wir haben auch einfach keine Bäume mehr", sagte die Inhaberin des Parks. Schon im letzten Jahr hatte der Kletterwald Dresdner Heide Probleme mit dem Schädling gehabt und seinen Baumbestand erheblich kürzen müssen.

Dem Kletterwald Kriebstein im Landkreis Mittelsachsen geht es ähnlich. Die Klettersteige werden "dieses Jahr geschlossen bleiben", wie Alexander Persigehl, Inhaber und Betreiber des Parks, mitteilte. Schuld daran ist der Borkenkäfer. Ob der Park neu eröffnet wird, stehe aktuell in den Sternen. "Der Park müsste komplett neugebaut werden, da ist die Frage, ob sich das überhaupt lohnt", sagte Persigehl.

Der starke Befall durch den Borkenkäfer ist laut Renke Coordes, Sprecher des Staatsbetriebes Sachsenforst, unter anderem eine Folge der Sturmschäden und Dürreperioden der letzten Jahre. "Wir haben in Sachsen fünf schwere Waldschadensjahre hinter uns", erklärte Coordes. Die Bäume seien dadurch geschwächt und könnten sich nicht mehr gegen Schädlinge wehren.

Der sächsische Wald bestehe zudem zu einem großen Teil aus Fichten, die ursprünglich aus höheren Lagen stammen und in der wärmeren Witterung eigentlich nicht heimisch sind. Für den Borkenkäfer sind das perfekte Bedingungen. Bei wärmeren Temperaturen kann er sich schneller vermehren. Der Buchdrucker, die im sächsischen Wald am meisten verbreitete Borkenkäferart, befällt fast ausschließlich Fichten.

Der Kletterwald Pöhl im Vogtlandkreis ist im Herbst 2022 aus diesem Grund in den angrenzenden Laubwald umgezogen. Im Sommer 2022 hatte der Park laut Geschäftsführer und Inhaber Jörg Böhm ebenfalls mit Befall durch den Borkenkäfer zu kämpfen gehabt und musste deshalb aus Sicherheitsgründen zwischenzeitlich geschlossen werden. Keine Probleme haben unter anderem der Waldseilpark Dresden-Bühlau und der Erlebniskletterwald Greifensteine. (dpa)