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Klitschkos härtestes Gefecht

Der Box-Weltmeister trägt die Hoffnungen der ukrainischen Oppositionellen. Seine Rückkehr in den Ring bleibt daher offen.

© dpa

Von Nikolaj Stobbe

Vitali Klitschko läuft mit einem Megafon durch die brodelnde Menge. Er wettert gegen den Präsidenten Viktor Janukowitsch und fordert immer wieder den Umsturz im Land. Der Box-Weltmeister bestreitet als Oppositionsführer in der Ukraine derzeit seinen härtesten Kampf. Ob der Hoffnungsträger Hunderttausender Menschen noch einmal in den Ring steigt, steht in den Sternen. „Man muss die nächsten Tage abwarten und kann jetzt noch keine Aussage über seine Zukunft als Boxer treffen. Er äußert sich rechtzeitig dazu“, betonte Klitschko-Manager Bernd Bönte gestern.

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Bereits mehrfach verschob der Weltverband WBC Klitschkos Duell gegen den kanadischen Pflichtherausforderer Bermane Stiverne. Im Sommer sagte der Linksausleger aufgrund einer Handblessur ab. Zuletzt gewährte die WBC einen Aufschub bis zum 15. Dezember, da Stiverne im juristischen Streit mit seinem Promoter Don King liegt. Dann müssen beide erklären, ob sie im Frühjahr 2014 in den Ring steigen. Klitschko beendet wohl seine Box-Karriere, falls sich die politischen Verhältnisse in seiner Heimat nicht beruhigen. Er kann in derart aufgewühlten Zeiten die politische Bühne nicht verlassen, um sich acht Wochen in einem Trainingslager auf einen Kampf vorzubereiten. Außerdem will der 42-Jährige im März 2015 an der Präsidentschaftswahl in seinem Land teilnehmen. Seine Chancen stehen gut. Zuletzt lag er in Umfragen im Vergleich mit dem Amtsinhaber sogar vorn. „Ihm tut es wirklich weh, zu sehen, was Janukowitsch und seine Oligarchen dem Land alles zumuten“, erklärte Bönte.

Er denkt derzeit auch weniger über Klitschkos sportliche Zukunft nach. „Ich mache mir mehr Sorgen um Vitalis Gesundheit“, meinte Bönte und erinnerte an den Dioxin-Anschlag auf Ex-Staatschef Viktor Juschtschenko, dessen Gesicht für immer gezeichnet ist. „Das zeigt doch, was da alles möglich ist“, sagte Bönte.

Klitschko kämpft auf der politischen Bühne. Körperlich wäre er aber wohl jederzeit bereit für ein Box-Comeback. Klitschko absolviert jeden Tag morgens ab sechs Uhr ein stundenlanges Fitnessprogramm mit Kraft- und Konditionstraining. Seinen letzten Kampf absolvierte er Anfang September 2012, als er in Moskau Manuel Charr durch technischen Knock-out besiegte. Seit 2008 ist Klitschko zum dritten Mal in seiner Karriere Schwergewichts-Weltmeister. Das schafften vor ihm nur Muhammad Ali, Evander Holyfield und Lennox Lewis. (sid)