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Klosterhalfen rennt zu Bronze

Die Aufsteigerin der Saison gewinnt bei der Leichtathletik-WM als erste Deutsche eine Medaille über 5.000 Meter. Am Sonntag sollen weitere folgen.

Konstanze Klosterhalfen jubelt über den dritten Platz.
Konstanze Klosterhalfen jubelt über den dritten Platz. © dpa/Michael Kappeler

Doha. Konstanze Klosterhalfen sah ein bisschen ungläubig aus. Erst nach einigen Sekunden reckte sie den rechten Finger in die Luft und begriff mit der deutschen Fahne um den Schultern, dass ihr Außergewöhnliches gelungen war. Mit einem Wahnsinnslauf rannte die Leverkusenerin bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Katar zu Bronze.

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Sie musste sich am Samstagabend nach 14:28,43 Minuten nur den Kenianerinnen Helen Obiri (14:26,72) und Margaret Kipkemboi (14:27,49) geschlagen geben. Die 22-Jährige holte als erste deutsche Läuferin über diese Distanz eine WM-Medaille.

"Das Schwierigste war, ruhig zu bleiben. Ich hätte nie gedacht, in einem Sprintrennen eine Medaille rauszuholen", sagte sie. Obiri verteidigte mit einem Start-Ziel-Erfolg ihren Titel und ist mit 29 Jahren und 296 Tagen die älteste Weltmeisterin über diese Strecke.

In Doha lieferte "Koko", die Aufsteigerin der Saison, ihr Meisterstück ab. Sie fuhr auch mal die Ellenbogen aus, um ihre Position zu verteidigen und verhielt sich taktisch sehr klug immer knapp hinter der Spitze. Fünf Runden vor dem Ende waren nur noch sechs Läuferinnen vorn mit dabei. Das Tempo wurde immer schneller. Klosterhalfen hielt mit. Sie musste Obiri und Kipkemboi erst in der letzten Kurve ziehen lassen.

Zwei Speerwerfer scheitern in der Qualifikation

Die kühne Hoffnung, dass die Speerwerfer alle drei Medaillen abräumen, hat sich nach dem Aus in der Qualifikation für Olympiasieger Thomas Röhler und den EM-Zweiten Andreas Hofmann zerschlagen. Dafür weckte Titelverteidiger Johannes Vetter mit der Bestweite aller Starter von 89,35 Metern die Aussicht auf einen weiteren goldenen Wurf.

"Ich bin angelaufen und habe drauf gehalten", sagte der Dresdner. "Hauptsache über 84 Meter." Während auch der Mainzer Julian Weber weiter kam, blieben Röhler (79,23) und Hofmann (80,06) auf der Strecke. "Du hast drei Versuche, wenn du die nicht nutzt, ist es vorbei. So einfach ist der Sport und so traurig ist er manchmal", sagte Röhler.

Die größte Chance auf einen Gold-Coup hat Sieben-Meter-Serienspringerin Malaika Mihambo. Sie flog mit einem Satz auf 6,98 Meter förmlich ins Finale. Dabei war die Weitsprung-Europameisterin deutlich vor dem Balken abgesprungen.

"Es war optimal. Der Anlauf war so ausgelegt, mit ein bisschen Puffer", sagte sie. Durch das Aus der vierfachen Weltmeisterin Brittney Reese aus den USA sind ihre Siegchancen zusätzlich gestiegen. (sid/dpa)