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Klub Klinik muss raus

Die Stadt Löbau hat dem Klub am Theaterplatz gekündigt. Obwohl das lange geplant war, ist der Verein überrascht. Löbau stellt ein neues Domizil bereit. Wann, ist allerdings offen.

© Rafael Sampedro

Von Constanze Junghanß

Eigentlich haben die Leute vom Klub Klinik so oder so damit rechnen müssen: Vor wenigen Tagen flatterte dem Löbauer Verein die Kündigung für ihr Vereinsdomizil auf den Tisch. Steve Hübel, der Vereinsvorsitze der Klinik, zeigt sich dennoch überrascht darüber. „Damit habe ich nicht gerechnet“, sagt er der SZ.

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Doch bereits Anfang August des Vorjahres wurde der Jugendverein vonseiten der Stadt über die anstehende Kündigung informiert. Grund dafür ist, dass Löbau vor geraumer Zeit drei Flurstücke verkauft hat. Darunter sind der Theaterplatz 4 und 6. In der Nummer 4 hat der Jugendverein sein Domizil. Laut Marcus Scholz, Pressesprecher der Stadt Löbau, gibt es außerdem baupolizeiliche Mängel am Gebäude. Nächster Punkt ist, dass das Objekt an einen privaten Investor veräußert wurde, der auch das leer stehende Gewandhaus gegenüber vom Jugendclub erwarb und das Terrain in das Projekt Gewandhaussanierung einbeziehen will. Darüber informiert Marcus Scholz ebenfalls. Das Mietverhältnis mit der Klinik endet laut dem Schreiben der Verwaltung zum 30. Juni dieses Jahres. Die Räume sollen leer und besenrein übergeben werden. Einen Übergabetermin erhalte der Verein noch gesondert, heißt es.

Nun ist es aber nicht so, dass die Stadt die Klinik-Leute einfach im Regen stehen lässt. Im Gegenteil. Bereits seit Langem ist als Ausweichquartier die ehemalige Kaufhalle in Löbau Ost im Gespräch gewesen. Und daran hält die Stadt auch weiterhin fest. Allerdings muss das Kaufhallen-Objekt vor einem Neubezug noch umgebaut werden. „Dafür ist ein Förderantrag gestellt und mittlerweile bewilligt worden“, teilt der Löbauer Pressesprecher auf Nachfrage der SZ mit. Weitere Nutzungsmöglichkeiten seien in der Kaufhalle nicht geplant. Und eigentlich war es so gedacht, dass die Mitglieder vom Jugendverein das Projekt mit unterstützen und Eigenleistungen im Zuge des Umbaus der Kaufhalle einbringen. So bestätigt das auch Klinik-Vorstandsmitglied und stellvertretender Vereinsvorsitzender Israr Chaudhry.

Im Vorjahr habe es dazu ein Gespräch mit Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) gegeben, in dem allerdings noch keine konkreten Maßnahmen festgezurrt worden seien. Die Bereitschaft, selbst mit Hand anzulegen, sei vonseiten der Vereinsmitglieder weiterhin da, bekräftigt Chaudhry. Und Steve Hübel erzählt, er habe mehrfach den Versuch unternommen, mit der Stadt Kontakt aufzunehmen. Allerdings nicht schriftlich, sondern per Telefon. Dort sei allerdings nicht immer jemand erreichbar gewesen und da habe er den Telefonhörer wieder aufgelegt.

Die Stadt sieht das anders. „Es sind mehrere Versuche der Kontaktaufnahme zum Verein seitens der Stadt fehlgeschlagen“, so Löbaus Pressesprecher Marcus Scholz. Insofern bedürfe es in dieser Sache noch einer Absprache.

Warum nun die direkte Kommunikation zwischen Stadt und Verein abriss, ist im Nachhinein schwer zu sagen. Post von der Stadt wurde direkt an die Adresse vom Klub Klinik gesendet. „Die Schreiben landeten dann beim mir auf dem Tisch“, sagt Hübel. Das Kündigungsschreiben ebenso. Der Vereinsvorsitze ist verunsichert, wie es nun weiter geht. „Wir haben ja bereits Bands gebucht, die im Herbst bei uns auftreten sollen.“ Klappe das nicht, wären vielleicht Vertragsstrafen fällig, befürchtet er. Im Klub Klinik finden öfter auch Konzerte statt.

Aus dem Kündigungsschreiben mit Stichtag Ende Juni ist ersichtlich, dass der Verein dann einen neuen Vertrag für sein Domizil in der Kaufhalle Löbau Ost auf der Mozartstraße 3 erhält, wenn diese bezugsfertig ist. Wann die Klinik umziehen und die Kaufhalle nutzen kann, ist allerdings noch völlig offen. „Aktuell kann dazu keine Aussage getroffen werden“, heißt es vonseiten der Stadt. Der Verein sorgt sich derweil, ob eine nahtlose Übergabe überhaupt möglich ist. Denn für die Musikanlage, das Büro und das Equipment gebe es keine andere Unterbringungsmöglichkeit. Allerdings will nun der Verein auch erst einmal sein Konzept für das neue Domizil in der Ost-Kaufhalle bei der Stadt einreichen. Das sei bisher noch nicht passiert, räumt Steve Hübel ein. Einige Punkte im Konzept müssten noch ausgearbeitet werden. Das will der Klub Klinik nun schnellstmöglich nachholen.