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Knapp daneben

Am Amselfall in der Sächsischen Schweiz hat sich ein Steinschlag ereignet. Die Baude dort kam aber noch glimpflich davon. Und es gibt noch eine gute Nachricht.

© Mike Jäger

Sächsische Schweiz. Die gute Nachricht zuerst: Niemand ist verletzt worden. Wenn man allerdings das Einschlagloch in der Überdachung der Terrasse der Amselfallbaude sieht, kann man erahnen, welche Kräfte die Steine entwickelten, die in der Nacht zum Donnerstag herunterprasselten. Ein Fußball großer Stein hat die Dachhaut zerfetzt, ein Blech zerrissen und einen Holzbalken gespalten. Doch das Dach hätte darunter Sitzende geschützt. Wirklich durchgeschlagen war nichts.

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Durch den Steinschlag wurde das Dach und die Dachrinne beschädigt.
Durch den Steinschlag wurde das Dach und die Dachrinne beschädigt. © Mike Jäger
Wirt und Betreiber Uwe Knaak beim Bräumen der Felsen.
Wirt und Betreiber Uwe Knaak beim Bräumen der Felsen. © Mike Jäger

Am Morgen sammelte der Wirt der Amselfallbaude, Uwe Knaak, die Brocken vom Dach. Seit 27 Jahren betreibt er die Amselfallbaude. In all der Zeit ist drei-, viermal was runter gekommen. „Das ist alles reparabel“, sagt er gelassen. Das größte Stück Felsen war auf den Platz direkt vor dem Amsellfall auf den Boden aufgeschlagen, unmittelbar vorm Imbissstand.

Die Baude hatte am Vormittag trotzdem wieder regulär geöffnet. Sie ist zwischen Rathen und Rathewalde ein beliebter Anlaufpunkt für Wanderer. Die staunten am Donnerstag über den bierkastengroßen Stein vor der Baude.

Dass es dort für Besucher nicht mehr gefährlich war, ließ die Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz zuvor überprüfen. Bei einer Sicherheitskontrolle in der Felswand wurde nach weiteren losen Steinen geguckt. Dabei wurde auch ermittelt, dass sich etwa 0,3 Kubikmeter einer Felsplatte aus einer natürlichen Felswand gelöst hatten, die schließlich in viele Steine zersprengt auf dem Boden landeten. Weitere Gefahren wurden aber nicht festgestellt. Eine solche Sicherheitskontrolle findet an der Stelle ohnehin jährlich statt, heißt es aus der Nationalparkverwaltung.

Die Amselfallbaude ist weiter geöffnet, doch könne es durch die Sicherheitskontrollen zu zeitweisen Einschränkungen im Betrieb kommen. Das Vorgehen der Behörden sei mit dem Pächter der Amselfallbaude abgestimmt.

In der Sächsischen Schweiz kommt es immer wieder zu Felsstürzen. „Steinschläge wie diese zählen zu den typischen Gefahren im gesamten Elbsandsteingebirge, mit denen Besucher rechnen müssen. Wir können Felsstürze weder vorhersagen noch flächendeckend verhindern“, erklärt Dietrich Butter, der Leiter der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz. Die Ursache für den Steinschlag ist unbekannt. Der Sandstein könnte sich nach ausgiebigen Regenfällen vollgesogen haben und zu schwer geworden sein. Aber auch Wurzelwachstum kann zum Abbrechen von Steinen führen.

Im Vorjahr ereigneten sich zwei größere Felsstürze im Gebiet des Großen Zschand. Der spektakulärste Fall der jüngeren Vergangenheit in der Sächsischen Schweiz passierte im Kirnitzschtal. Im September 2014 rollte ein etwa 50 Tonnen schwerer Brocken bis auf die Kirnitzschtalstraße.