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Knappe Entscheidung zu Schulanbau

Dass die Oberschule in Boxdorf einen Anbau braucht, ist schon beschlossene Sache. Wie dieser gebaut wird, steht jetzt auch fest. Die Abstimmung war knapp.

© Arvid Müller

Von Sven Görner

Moritzburg. Die Zeit drängt. Wieder einmal. Denn wenn der Bauantrag für den dringend benötigten Anbau der Kurfürst-Moritz-Schule Boxdorf gestellt werden soll, muss klar sein, wie dieser ausgeführt wird. Klassisch, also in Massivbauweise, oder aus vorgefertigten und vor Ort zusammengesetzten Modulen. Die Zeit drängt aber auch, weil die Oberschule der Gemeinde Moritzburg nicht erst seit dem Start des laufenden Schuljahres aus allen Nähten platzt. Und das, obwohl sie vor nicht mal sechs Jahren für rund acht Millionen Euro saniert und durch einen großen Neubau ergänzt wurde.

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Erstmals gibt es jetzt 18 Klassen. Drei in jeder Jahrgangsstufe. Geplant wurde die Schule aber als zweizügige Schule. Also für zwölf Klassen. Auch 15 sind noch gut unterzubringen. In der Schulnetzplanung wurde die Schule in den vergangenen Jahren offiziell als zweieinhalbzügige Einrichtung geführt. Das bedeutet: Bei starken Jahrgängen konnten alle zwei Jahre auch drei statt zwei 5. Klassen gebildet werden.

Doch weil diese Kapazität auf absehbare Zeit nicht reicht, um auch weiterhin allen Schüler der Großgemeinde, die es wünschen, dort das Lernen zu ermöglichen, stimmten Bildungsagentur und Landkreis im vergangenen Jahr dem Wunsch der Gemeinde nach einer dauerhaften Dreizügigkeit zu.

Was fehlt, sind die dafür benötigten Räume. Diese, so waren sich Gemeinderat und Verwaltung im Vorjahr einig, sollen so schnell wie möglich gebaut werden. Als Ziel war zunächst der Beginn des Schuljahres 2018/19 im Gespräch. Schnell war auch ein Planungsauftrag vergeben, um Klarheit darüber zu bekommen, in welcher Bauweise der Anbau entstehen soll. Die Entscheidungsfindung darüber dauerte länger als zunächst gedacht. Und so drängt wieder einmal die Zeit. Am Montagabend fassten die Gemeinderäte nun den erforderlichen Beschluss.

Zunächst wurden aber noch einmal viele der Argumente Pro und Kontra beider Varianten dargelegt, die zuvor bereits nichtöffentlich im Verwaltungs- und im Technischen Ausschuss diskutiert worden waren. Dabei sorgte SPD-Gemeinderat Heiko Vogel für eine Überraschung. Denn ausgerechnet der Leiter der Kurfürst-Moritz-Schule betonte, dass der zeitliche Faktor bei der Auswahl für ihn nicht die entscheidende Rolle spiele.

Die derzeitigen Planungen gehen davon aus, dass – abhängig von der Bereitstellung der Fördermittel – der Anbau in Modulbauweise bis zum Start des Schuljahres 2019/20 zur Verfügung steht. Der Massivbau wäre dagegen erst Ende 2019 fertig. „Die Schule ist schon seit 2015 zu klein. Ob wir nur 48 Monate oder ein paar mehr damit klar kommen müssen, ist nicht das Problem“, sagte Heiko Vogel.

„Als Nutzer sprechen wir uns eindeutig für die konventionelle Bauweise aus“, ergänzte der Schulleiter. Als Begründung nannte er unter anderem die bessere Akustik und dass so der Anbau besser mit dem vorhandenen Neubau verschmelzen würde. „Der Gemeinderat ist in der guten Lage, tatsächlich einmal frei entscheiden zu können. Denn beide Varianten sind finanziell fast gleich.“

Volker John (CDU) wunderte sich über die Aussage zum Fertigstellungstermin. „Es ist doch besser, wenn der Anbau im Sommer steht. Zudem müssen bei der Modulbauweise Schul- und Baubetrieb nicht so lange nebeneinander laufen.“ Vor allem sehe er beim konventionellen Bauen aber eine größere Gefahr für eine Kostensteigerung. Diese belaufen sich nach den derzeitigen Berechnungen für beide Varianten auf rund 1,4 Millionen Euro.

Reichenbergs Ortsvorsteher Dr. Bernd Reißmann gab zu bedenken, dass eine Modulbauweise variabler sei als ein Massivbau. Falls etwa in 15 Jahren mal ein Rückbau notwendig sein sollte.

Karin Richter (Linke) sah den Baulärm nicht als Problem. „Mit dem ist die Schule beim Umbau ja schon einmal zwei Jahre lang klargekommen. Sie favorisiere daher die Massivbauweise.

Anders als sonst üblich gab es diesmal von der Verwaltung keine Beschlussempfehlung. Denn auch im Rathaus gibt es unterschiedliche Positionen. Während Bauamtsleiterin Birgit Hohmann für die herkömmliche Bauweise war, hatte sich Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) sich für die Modulbauweise entschieden. Am Ende stimmten fünf Räte für die konventionelle Bauweise und sieben für die Modulvariante. Ein Rat enthielt sich der Stimme.

Gebaut werden soll direkt neben der Stirnseite des Neubaus in Richtung Schülerbühne. Das hat den Vorteil, dass so die vorhandenen Toiletten und Garderoben in der Schule durch Übergänge mit genutzt werden können. Ebenso der Aufzug, was für die Barrierefreiheit wichtig ist. Abgestimmt ist laut Bürgermeister Jörg Hänisch mit der Bildungsagentur auch die Größe, Anzahl und Art der benötigten zusätzlichen Räume. Vier werden gebaut.