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Kneipenschlägerei beschäftigt die Justiz

Ein Döbelner stand wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Er gibt die Vorwürfe nur zum Teil zu.

© David-Wolfgang Ebener / dpa

Von Helene Krause

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Am Abend des 9. Juli 2017 gerieten in der Gaststätte „Zur Tränke“ in Döbeln Nord zwei Gäste aneinander. Aus Wut darüber, dass das Opfer einen Asylbewerber einstellen wollte, soll ihm ein 33-jähriger Döbelner mit der Faust mehrfach ins Gesicht geschlagen haben. Als der Geschädigte die Gaststätte verließ, um die Polizei zu rufen, soll ihm der 33-jährige gefolgt sein. Draußen verpasste der Täter dem Opfer noch einen Tritt mit dem beschuhten Fuß ins Gesicht. So steht es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Chemnitz, die dem 33-Jährigen gefährliche Körperverletzung vorwirft.

Bei der Auseinandersetzung wurde dem Opfer das Nasenbein mehrfach gebrochen. Es erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades, eine Lockerung eines Schneidezahns, eine Platzwunde an der Lippe und Schmerzen. Der Geschädigte musste im Krankenhaus behandelt werden und war eine Woche krankgeschrieben.

Während der Geschädigte in der Zeugenbefragung die Tat so schildert, wie sie in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Chemnitz steht, und er vom Angeklagten auch eine Kopfnuss erhalten haben will, widerspricht der Beschuldigte. „Ich habe ihn nicht ins Gesicht getreten“, so der Angeklagte. Dass er zugeschlagen hat, gesteht er und auch, dass er mit seinem Kopf gegen den des Opfers gestoßen sei. Nach seiner Schilderung soll die Auseinandersetzung auch nicht in, sondern vor der Gaststätte stattgefunden haben.

Anlass für den Streit sei nicht die Beschäftigung eines Asylbewerbers, sondern ein Feuer gewesen. „Tage vorher hatte ich ihn zusammen mit einem Asylbewerber vor einem Haus an der Albert-Schweitzer-Straße gesehen“, schildert der Angeklagte. „Sie saßen an einem Feuer und unterhielten sich. Weil es dort schon mehrfach gebrannt hat, hatte ich Angst. In der Gaststätte stellte ich ihn deswegen zur Rede. Da kam es zum Streit.“ Wegen der Brände in der Albert-Schweitzer-Straße steht zurzeit eine 70-jährige Hausbewohnerin wegen Brandstiftung vorm Landgericht Chemnitz.

Der damalige Wirt der Gaststätte sagt als Zeuge, dass es keinen Tritt gegeben hätte. „Ich habe keinen gesehen“, so der Wirt. An die Schläge und an die Kopfnuss erinnert er sich und auch daran, dass Täter und Opfer zur Tatzeit alkoholisiert waren. Der Geschädigte soll nur wenig getrunken haben. „Der Angeklagte war angetrunken“, so der Zeuge. „Er hat drei Bier und zehn bis zwölf doppelte Pfeffi getrunken.“

Weil die Tat in der Verhandlung nicht vollständig aufgeklärt werden kann, wird das Verfahren in Kürze fortgesetzt. Dann werden weitere Zeugen gehört.