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Königliche Rentnerin

Mehr als drei Jahrzehnte lang war Beatrix Königin der Niederländer. Nun genießt sie den Ruhestand und feiert den 80.

© dpa

Von Annette Birschel, Amsterdam

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Ein strahlendes Lächeln und der ewig gleichtoupierte Haarhelm – so kennen die Niederländer ihre frühere Königin Beatrix. Am Mittwoch wird sie 80 Jahre alt. Und natürlich: Sie strahlt noch immer, und aus der staatstragenden Betonfrisur lugt kein vorwitziges Haar heraus.

Seit ihrer Abdankung vor fünf Jahren trägt Beatrix wieder den Titel Prinzessin. Aber sie hat noch immer ein Büro im Palast in Den Haag, nimmt auch noch offizielle Termine wahr und entlastet damit ihren Sohn, König Willem-Alexander, und dessen Frau Máxima.

33 Jahre war Beatrix Königin, für Generationen gehörte sie zum Land wie Tulpen, Käse und Fahrräder. Und nun stellen die Niederländer überrascht fest, dass ausgerechnet sie mit einem Plätzchen in der zweiten Reihe zufrieden ist.

Seit ihrer Abdankung hat sich Beatrix nicht mehr öffentlich geäußert, weder zu Staatsgeschäften noch zu ihrer eigenen Amtszeit. Erst recht nicht kommentiert sie den Führungsstil ihres Sohnes. Beatrix lächelt, winkt und schweigt. Als Königin galt sie als „Kontrollfanatiker“ und war für ihre klaren Ansichten bekannt.

Den Respekt ihres Volkes musste sie sich hart erarbeiten. Als sie am 30. April 1980 den Thron bestieg, lieferten sich Hausbesetzer in Amsterdam Straßenschlachten mit der Polizei und riefen: „Keine Wohnung, keine Krönung“. Bei ihrer Hochzeit 1966 waren Rauchbomben geflogen. Beatrix hatte zum Ärger vieler Bürger ausgerechnet einen Deutschen geheiratet. Prinz Claus von Amsberg gewann später die Herzen seiner neuen Landsleute. Beatrix sicherte mit straffer Regie auch über ihre Familie das Überleben der Monarchie. Skandale wie bei den Windsors gab es bei den Oranjes kaum.

Zum Unmut mancher Politiker nutzte sie ihren kleinen politischen Spielraum optimal. In ihren Weihnachtsansprachen etwa plädierte sie für die multikulturelle Gesellschaft, den Umweltschutz, mahnte zur Toleranz oder warnte vor einer Allmacht des Internets. Schwer trug die Königin an persönlichen Schicksalsschlägen. 2002 starb ihr Mann, 2013 dann nach einem Lawinenunglück und langem Koma ihr zweiter Sohn, Prinz Friso. (dpa)