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Oberschüler pflegen Kamelien

Der Heimatverein will seine Passion für die Winterblüher an die Jugend weitergeben. Möglich macht dies ein Ganztagsangebot.

© Matthias Schumann

Von Manuela Paul

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Königsbrück. Die großen Kamelien blühen über und über. Einige dieser Winterschönheiten duften sogar fantastisch. Kein Wunder. Das Königsbrücker Kamelienhaus steckt gerade mitten in der Blütesaison. Dass die imposanten, teils jahrhundertealten Pflanzen im Königsbrücker Schloss-Gewächshaus so prächtig gedeihen, ist auch ein paar jungen Oberschülerinnen zu verdanken. Denn im Rahmen eines Ganztagsangebotes helfen sie bei der Pflege der wertvollen Pflanzenbestände mit. „Wir arbeiten schon lange daraufhin, junge Leute für die Kamelien zu interessieren“, erklärt der Heimatvereinsvorsitzende Peter Sonntag. Denn an Nachwuchs mangelt es fast allen Vereinen. Deshalb müsse man rechtzeitig beginnen, Kinder und Jugendliche in die Arbeit einzubeziehen. Bei der Königsbrücker Oberschule habe er diesbezüglich zum Glück offene Türen eingerannt. „Wir sind durchaus bestrebt, dass sich die Kinder hier in der Umgebung in den Vereinen einbringen“, erklärt Schulleiterin Sigrun Kreher. Die Synergien, die dabei entstünden, würden allen Beteiligten nützen.

Insgesamt elf Ganztagsangebote gibt es an der Arthur-Kießling-Oberschule. Sie alle werden sehr gut angenommen, weiß die Schulleiterin. Dabei gebe es nicht nur bei den Angeboten eine gute Mischung und breite Vielfalt, sondern auch bei jenen, die den Hut für die jeweiligen GTA aufhaben. Nicht immer sind es nämlich Lehrer, die den freiwilligen Zusatzunterricht leiten, sondern häufig auch Partner von außen. So wie Doris Füssel, die sich um die Kamelientruppe kümmert. Seit Jahren wacht sie – gemeinsam mit ihren Vereinskollegen – über das Gedeihen der wertvollen Pflanzenbestände im Gewächshaus. Sie ist es auch, die die Schülerinnen in die Besonderheit der Pflanzenexoten einweiht, sie zu Pflegemaßnahmen heranzieht und die Kameliendamen betreut. In diesem Jahr sind Caprice Zickler und Linda Bahr die Botschafterinnen. Die Neunt- und die Zehntklässlerin stehen durch ihre Aufgabe natürlich besonders im Rampenlicht. Sie sind eine Saison lang bei offiziellen Terminen präsent, führen Besucher durch das üppige Blütenmeer und fungieren als Repräsentantinnen des Heimatvereins und dessen Hauptattraktion. Die wertvollsten Kamelien sind mit Sicherheit die drei ältesten Pflanzen. Die zwei weißen Alba Plena und die rote Althaeflora, die volkstümlich Schneeweißchen und Rosenrot genannt werden Die Mitglieder des Heimatvereins Königsbrück schätzen, dass sie rund 190 Jahre alt sein könnten. Das macht sie zu den ältesten zusammenstehenden Kamelien nördlich der Alpen. Die Vereinsmitglieder um Doris Füssel pflegen die Exoten mit Hingabe und öffnen das Gewächshaus in der Blütezeit jeden Sonntag, denn das Interesse an den Kamelien ist enorm.

Caprice und Linda sind bereits das zehnte Kameliendamen-Duo. Eine Bildergalerie in der Oberschule, die alle Repräsentantinnen zeigt, dokumentiert die Tradition. „So etwas hat keine andere Schule zu bieten“, erklärt Sigrun Kreher stolz. Die Fotos der elegant gekleideten Mädchen inmitten blühender Kamelien weckt natürlich bei viele Betrachtern Interesse und Neugier und bei mancher Schülerin den Wunsch, ebenfalls Kamelien-Botschafterin zu werden. „Das ist der erste Schritt hin zur Verbundenheit mit unserer Stadt“, weiß Peter Sonntag. Die möchte der Vereinsvorsitzende gern weiter ausbauen und noch enger mit der Schule zusammenarbeiten.