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Königsbrücker soll grün bleiben

Die Viertel im Ortsamtsbereich Äußere Neustadt sollen attraktiver werden. Die Bewohner beäugen die Pläne der Verwaltung jedoch kritisch.

© Steffen Füssel

Von Ulrike Kirsten

Ein Mammutprojekt geht in die entscheidende Phase. Seit 16 Jahren ist die Verwaltung damit beschäftigt, einen neuen Flächennutzungsplan zu erstellen. Er ist die planerische Grundlage für die Weiterentwicklung der Stadt – weist auch neue Bau- und Wohngebiete sowie Gewerbe-, Verkehrs- und Grünflächen aus.

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Volles Programm beim Palais Sommer
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Dresdens beliebtes eintrittsfreies Festival für Kunst, Kultur und Bildung geht weiter und hat wieder viele Veranstaltungen in der ersten Augustwoche im Gepäck.

Ein erster Entwurf wurde den Dresdnern bereits 2009 vorgestellt. Tausende Einwände machten sie daraufhin geltend, mehr als 2000 wurden schließlich in den Plan eingearbeitet. Nun liegt der Entwurf erneut aus. Am Montag wurde der aktuelle Stand in einer Bürgerversammlung vorgestellt. Die Neustädter nutzten die Möglichkeit und äußerten ihre Bedenken gegenüber einzelnen Punkten.

Grünzüge in der Neustadt sollen so weit wie möglich erhalten bleiben

Vor allem die Randbereiche rund um den Heller und die Dresdner Heide will die Stadt stärken. Neue Grünflächen sollen außerdem angelegt werden. Das Umweltamt, das unter anderem mit an dem Plan gearbeitet hat, will insbesondere den Alleecharakter der Königsbrücker Straße bewahren. Vor allem geht es dabei um den Abschnitt zwischen Bischofsweg und Stauffenbergallee. So sollen Bäume und typische Vorgärten erhalten bleiben.

Zwar lobten viele Neustädter den Ansatz der Stadt, die Lebensqualität im Ortsamtbereich verbessern zu wollen. Wie das geschehen soll, fragten sich die meisten Besucher, da im Stadtteil derzeit jede Grünfläche verschwindet und zunehmend Bäume gefällt werden. Stefan Szuggat, Leiter des Stadtplanungsamtes, verwies darauf, dass im Viertel aber auch dringend Wohnraum benötigt wird und die Stadt dafür Flächen vorhalten muss.

Prießnitzaue in der Radeberger Vorstadt wird umgestaltet

Das Areal zwischen Bautzner und Hohnsteiner Straße liegt im Überschwemmungsgebiet und muss deshalb umgestaltet werden. Die Pläne wurden bereits in der jüngsten Ortsbeiratssitzung vorgestellt. Bei den bisher dort ansässigen Kleingärtnern sorgten diese für blankes Entsetzen. Die Stadt will die Neustädter nun mit Workshops an der Entwicklung des Konzeptes beteiligen. Auf Kritik stieß das Projekt dennoch bei den Besuchern am Montag. Sie wollen das nicht hinnehmen. Denn unklar bleibt, wie die Stadt das Projekt umsetzen will. Die Fläche gehört einer Erbengemeinschaft, die diese nicht verkaufen will.

Sonderbaufläche für Einzelhandel am Alten Leipziger Bahnhof ausgewiesen

Für Diskussionen sorgte die Ausweisung von Flächen im Bereich des Neustädter Hafens und der Leipziger Vorstadt. Dass dort teilweise Wohnungen im Überschwemmungsgebiet gebaut werden könnten, dafür hatten viele Besucher kein Verständnis.

Ebenfalls kritisiert wurde die Ausweisung einer Fläche auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs als Sonderbaufläche für großflächigen Einzelhandel. Das erregte die Gemüter der Besucher, die damit den Bau eines Einkaufsmarktes des Unternehmen Globus an dieser Stelle näher rücken sehen. Ein Neustädter kritisierte, dass es noch gar keinen Bebauungsplan für das Vorhaben gebe. Dass im Neustädter Hafen bis an die Hafenmauer gebaut werden könnte, stieß auf Widerstand. Die Neustädter befürchten, dass der Elberadweg an dieser Stelle wegfallen könnte.