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Dresden

Königsbrücker wird nicht mehr umgeplant

Initiativen fordern nach einem Ratsbeschluss schmalere Lösungen beim Ausbau der großen Straßen. Die Verwaltung lehnt das deutlich ab.

So wird die Königsbrücker Straße künftig zwischen Louisenstraße und Bischofsweg aussehen. Mit erneuten Umplanungen ist nach mehr als 20 Jahren bis zur Lösungsfindung nicht mehr zu rechnen. © Visualisierung: Stadtverwaltung

Der Bau neuer Straßenbahn- und Buslinien soll künftig mit den „minimal möglichen Eingriffen“ in den Stadtraum realisiert werden. Diesen Vorschlag der Bürgerfraktion hatte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen. Daraufhin haben sich gleich zwei Bürgerinitiativen zu Wort gemeldet und gefordert, Großprojekte umzuplanen.

Die Initiative „Königsbrücker muss leben!“ will, dass die neue Entscheidung im derzeit laufenden Planfeststellungsverfahren noch geprüft wird. Baubürgermeister Raoul-Schmidt Lamontain (Grüne) antwortet auf SZ-Anfrage, dass die Planungen für die Königsbrücker Straße abgeschlossen sind und gerade die Baugenehmigung bei der Landesdirektion beantragt wird. Die Dresdner würden dringend darauf warten, dass der Bau beginnt, sagt er.

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Die Bürgerinitiative sieht daraufhin die Landesdirektion in der Pflicht, den neuen politischen Willen zur Kenntnis zu nehmen. Deren Sprecher Ingolf Ulrich verweist jedoch wiederum auf die Stadtverwaltung, weil diese direkt durch die Beschlüsse des Stadtrats gebunden wäre. Wenn die Stadt das Verfahren also nicht noch einmal aufrollen will, werden die bisherigen Ausbaupläne bestehen bleiben. Diese sehen vor, dass die Straßenbahn zu weiten Teilen ein eigenes Gleisbett befährt. Daneben gibt es je eine Fahrspur und den Radstreifen. 

Auch die Bürgerinitiative zur Kesselsdorfer Straße hat auf den neuen Stadtratsbeschluss hingewiesen und eine Änderung gefordert. Schließlich würden nach jetzigem Stand die Gehwege zwischen Werner- und Rudolf-Renner-Straße verkleinert und müssten mehrere Bäume westlich der Kreuzung Kesselsdorfer- und Rudolf-Renner-Straße gefällt werden. Das will die Bürgerinitiative verhindern. Doch auch hier zeigt sich Bürgermeister Schmidt-Lamontain zurückhaltend und verweist lediglich darauf, dass der Bau schon im Juni 2018 begonnen hat. Die neue Regelung greift seiner Meinung nach erst bei Planungen für Projekte ab 2025 beziehungsweise 2030. 

Mit Debatten zum Thema ist in naher Zukunft dennoch zu rechnen. Denn relevant dürfte das Thema beim neuen Antrag der CDU- und FDP-Fraktion zum Zelleschen Weg werden (die SZ berichtete). Diese wollen einen breiteren Ausbau und damit die vier Fahrspuren behalten. CDU-Fraktionschef Jan Donhauser ist jedoch zu Kompromissen bereit und sagt: „Wir wollen natürlich auch, dass so wenig Bäume wie möglich gefällt werden.“