Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merken

Königshufener Friseur spezialisiert sich auf Bärte

Christopher Poost will, dass sich Männer auch mal etwas gönnen. Das kommt tatsächlich gut an.

Teilen
Folgen
NEU!
© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Ingo Kramer

„Der erste Barbier in Görlitz“ hat Christopher Poost auf seinen neuen Handzettel geschrieben. Mit Rasierpinsel, Schaum und Rasiermesser will er verstärkt Männer in das Friseurstudio No. 3 in der Königshufener Kö-Passage locken. Und das gelingt ihm nach eigener Aussage tatsächlich: „Viele ältere Kunden kennen das noch von früher, aber bei der Jugend liegen Bärte jetzt auch im Trend.“ Insofern spreche sein neues Konzept alle Generationen an – und werde inzwischen mehrfach täglich nachgefragt.

Aber ist er wirklich der einzige Barbier in der Stadt? Seine Chefin Susanne Leyer kann es nicht zu 100 Prozent sagen: „Aber ich denke, wir sind die Einzigen, die damit werben.“ Erst im März hatte sie den Salon von ihrem Vorgänger Karl-Heinz Peter übernommen. Weil es nach zwei Salons in Altbernsdorf und Ostritz ihr Dritter ist, hatte sie ihn „ Friseurstudio No. 3“ genannt.

Und danach suchte sie nach Ideen, um sich ein bisschen von der Konkurrenz abzuheben. Auch über Haarverlängerungen hat sie nachgedacht, aber das sei sehr preisintensiv: „Dafür ist das vielleicht nicht der richtige Standort.“ Stattdessen erwarb Salonleiter Christopher Poost im Abendkurs eine Zusatzqualifikation als Barbier.

Der 27-Jährige ist in Königshufen aufgewachsen. Seine Ausbildung zum Friseur absolvierte er aber von 2006 bis 2009 in Magdeburg. Dann ging er zurück in die Heimat – und dort über mehrere Stationen schließlich in die Kö-Passage. Das Friseurstudio No. 3 ist ein gemischter Salon – auch künftig. Bartfrisuren sind lediglich ein Zusatzangebot für Männer, die sich auch mal etwas gönnen wollen. „Sie sollen sich einfach eine halbe Stunde zurücklehnen, an nichts denken und mich machen lassen“, sagt Christopher Poost. Die Preise beginnen mit 7,20 Euro für das Schneiden eines Vollbartes, Rasuren sind entsprechend teurer.

Wer auf Dauer den perfekten Bart will, muss sich sehr regelmäßig im Salon sehen lassen. „Bisher haben wir keine Kunden, die zweimal pro Woche kommen“, bedauert Susanne Leyer. Aber selbst, wer alle vier Wochen da ist, liegt nicht ganz falsch. „Wir hatten auch schon Heimaturlauber aus Dresden und München, die das Angebot genutzt haben“, sagt die Chefin. Görlitzer kommen aus allen Stadtteilen. Falls es noch mehr werden, will sie demnächst sogar Bartpflegeprodukte wie Öle und Shampoos verkaufen: „Aber erst einmal möchten wir erfahren, was die Kunden wollen.“