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Hunderte Bäume mit Festungsblick

Zwischen dem Thürmsdorfer Schloss und dem Königstein wurden 800 Obstbäume gepflanzt. Eine Zukunftsinvestition. Denn tragen werden sie erst in 25 Jahren.

Mehr Obst für Thürmsdorf: Ralf Heidemann vom Garten- und Landschaftsbau Seiffert hat am Gartenweg neue Gehölze gepflanzt, die nun mit einer Kalkschutzschicht bestrichen werden.
Mehr Obst für Thürmsdorf: Ralf Heidemann vom Garten- und Landschaftsbau Seiffert hat am Gartenweg neue Gehölze gepflanzt, die nun mit einer Kalkschutzschicht bestrichen werden. © Daniel Schäfer

Ein Apfel frisch gepflückt vom Baum. Eine idyllische Vorstellung, die in Thürmsdorf bei Königstein langsam Formen annimmt. Dafür sorgt Unternehmer Sven-Erik Hitzer, dem auch das Thürmsdorfer Schloss gehört. Durch seine Initiative wurden in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 800 neue Obstbäume gepflanzt.

Für Hitzer, der ein großes Faible für Landschaftsarchitektur hat, eine Herzensangelegenheit und Zukunftsinvestition zugleich. "Vor drei Jahren haben wir begonnen, den alten Obstsortengarten am Thürmsdorfer Schloss nachzupflanzen", erzählt er. Fast 200 verschiedene Apfelsorten finden sich hier nun wieder. Vor allem sächsische und deutsche Sorten wurden in die Erde gesetzt.

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Verwilderter Hang wird Kirschplantage

Auch im vergangenen Jahr orderte Hitzer neue Obstbäume, die mal als Allee, mal als Streuobstwiese angepflanzt wurden. Über 200 Stück wurden allein Anfang 2020 zwischen dem Schloss und der Festung Königstein angepflanzt, darunter Pflaumen-, Birnen- und Apfelsorten. Die Flächen hatte Hitzer zuvor erworben. Vereine und sogar Königsteiner Schulkinder halfen mit, die Bäume in die Erde zu bringen.

"Wegen der Corona-Situation mussten wir dieses Jahr auf solche Unterstützung verzichten", sagt Hitzer. Die Aktion wurde dennoch fortgesetzt. Ein Birnensortengarten mit 140 verschiedenen Bäumen ist beispielsweise entstanden. An einem verwilderten Hang, der renaturiert und entbuscht wurde, stehen zudem Dutzende Kirschbäume.

25 Jahre bis zum vollen Ertrag

Mit den neu entstandenen Obstwiesen hat Sven-Erik Hitzer viel vor. Der Hotelier und Gastronom will die Birnen, Äpfel und Pflaumen künftig verarbeiten und vermarkten. "Bis es so weit ist, braucht es aber erst einmal Geduld", sagt er. Denn wer sich mit Obstgehölzen auskenne, wisse, dass diese erst in rund 25 Jahren den vollen Ertrag an den Zweigen hängen haben. Damit das Obst gut gedeiht, müsse die kommenden Jahre in den richtigen Schnitt und die Pflege investiert werden und in den Kronenaufbau. "Die neuen Bäume sind deshalb eine Zukunftsinvestition", sagt Hitzer.

Gepflegt werden müssen nicht nur die Bäume, auch die Wiesen drum herum. Auch dafür hat Hitzer einen nachhaltigen und naturnahen Plan. Weidetiere sollen die Wiesen kurz halten. "Mit der Agrarproduktion am Bärenstein in Struppen arbeiten wir bereits zusammen", erklärt er. Einige Mutterkühe grasen auf seinen Wiesen. Weitere Rinder sollen nun dazukommen. Auch einen Landwirt aus Thürmsdorf hat er für das Projekt gewonnen.

Hitzer hofft, dass jeder Pflaumenbaum in 25 Jahren an die 50 Kilogramm Früchte tragen wird. Bei Birnenbäumen sind es im Schnitt 80 Kilogramm, bei Apfelbäumen sogar bis 150 Kilogramm. "Nur ein geringer Anteil ist als Tafeläpfel gedacht. Die Hauptmenge wird Streuobst sein", kündigt er an.

Aus Früchten werden Saft, Essig und Schnaps

Hitzer will die Früchte nicht nur zu Saft pressen lassen. Apfelessig, Apfelwein, Cidre und sogar Schnaps will er daraus herstellen. Erfahrung damit hat der Hotelier und Gastronom bereits. Hitzer nutzt schon jetzt die älteren Obstbäume auf seinen Grundstücken, um deren Früchte zu verarbeiten. Die Mengen seien bisher aber überschaubar. Der Bio-Apfelsaft beispielsweise, der im Herbst gepresst wird, sei meist in wenigen Tagen aufgebraucht. "Denn unseren Gästen schmeckt es einfach", sagt er.

Und zwar nicht nur der Apfelsaft. Eine weitere Besonderheit sei der Apfelschnaps, gemacht mit Früchten der Roten Sternrenette, einer alten Kulturapfelsorte. Deren Aroma sei besonders intensiv und deshalb bestens geeignet, um daraus Hochprozentiges zu destillieren. "Leider reicht nicht jedes Jahr der Ertrag, um damit Schnaps zu machen", erklärt Hitzer.

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