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Bahn macht Rückzieher in Königstein

Das leerstehende Bahnhofsgebäude soll wiederbelebt werden. Königstein wollte es deshalb kaufen. Das klappt nicht - soll den Plan aber nicht ausbremsen.

Bröckelputz und verbretterte Fenster: Das marode Empfangsgebäude des Königsteiner Bahnhofs soll wieder zum Aushängeschild werden.
Bröckelputz und verbretterte Fenster: Das marode Empfangsgebäude des Königsteiner Bahnhofs soll wieder zum Aushängeschild werden. © Steffen Unger

Der Deal war schon fast in trockenen Tüchern: So zuversichtlich zeigte sich die Stadt Königstein bis zuletzt, als es um den Kauf des verwaisten Bahnhofsgebäudes ging. Die Kommune wollte das ehemalige Empfangsgebäude von der Deutschen Bahn erwerben. Mit dem Ziel, das denkmalgeschützte Objekt wieder mit Leben zu füllen. Eine touristische Nutzung schwebte Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) vor. Was genau das sein könnte, sollte mithilfe eines Nutzungskonzepts ausgelotet werden.

Inzwischen steht fest: Der geplante Handel ist geplatzt. "Die Deutsche Bahn will das Haus nicht an uns verkaufen", sagt Ratschef Kummer gegenüber Sächsische.de. Über die genauen Gründe äußert er nichts. Der Rückzieher der Bahn soll die Pläne der Stadt dennoch nicht ausbremsen. "Die Bahn will das Objekt gern erhalten", meint Kummer. Was genau geplant ist, dazu würden Abstimmungen mit dem bundeseigenen Eisenbahnkonzern laufen. Die Stadt mache sich dafür stark, das Gebäude perspektivisch wiederzubeleben.

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Königstein nicht mehr im Alleingang

"Der Bahnhof ist eine Visitenkarte für Königstein", betont Tobias Kummer. Für viele Urlauber und Ausflügler, die per Zug in der Festungsstadt ankommen, sei es der erste Eindruck. Und der ist nicht besonders einladend. Abgeplatzter Putz, vernagelte Fenster - schön ist anders. Die Stadt will das ändern. Nun nicht mehr im Alleingang, sondern zusammen mit der Deutschen Bahn als Eigentümer. "Die Gespräche zur künftigen Nutzung laufen, ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das Haus nutzen können", sagt der Bürgermeister.

Königsteins Pläne mit dem Bahnhofsgebäude sind eng mit dem Ausbau der B 172, der Bahnhofstraße, verstrickt. Die Bundesstraße soll auf etwa 300 Metern Länge zwischen dem Kreisverkehr und der Einmündung zum Pladerberg saniert und verbreitert werden. Vor fünf Jahren begannen die Abstimmungen für das Großprojekt. Im vergangenen Jahr sollte dann der Baustart erfolgen. Bis auf Baugrunduntersuchungen ist jedoch nichts passiert. Denn das Wichtigste fehlt: Baurecht. Auf dieses wartet das Landesamt für Straßenbau und Verkehr noch.

Teilabriss des Bahnhofs wegen Sanierung der B 172

Laut Kummer ist aktuell von einem Baubeginn in 2022 die Rede. Insgesamt zwei Abschnitte sind dann an der B 172 geplant. Im ersten Teil wird eine Stützwand im Bereich des Bahnhofs, nahe des griechischen Restaurants, erneuert. Da der Platz an dieser Stelle fehlt, muss das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs teilweise zurückgebaut werden. Ist die Mauer errichtet, wird auch der Bahnhof in seiner heutigen Gestalt wieder aufgebaut. "Teilweise mit alten und neuen Materialien", kündigt Tobias Kummer an - alles nach den strengen Anforderungen des Denkmalschutzes.

Schörkellose Bretterwand links, viel Leerstand rechts: Die Bahnhofstraße in Königstein soll sich durch die Sanierung der Bundesstraße wandeln.
Schörkellose Bretterwand links, viel Leerstand rechts: Die Bahnhofstraße in Königstein soll sich durch die Sanierung der Bundesstraße wandeln. © Steffen Unger

Im zweiten Bauabschnitt geht es um den Hang gegenüber dem Bahnhof. Hier standen bis 2008 mehrere Häuser, die damals abgerissen wurden. Eine Bretterwand grenzt seitdem die B 172 zum Hang ab. Im Zuge der Sanierung soll nicht nur der Hang gesichert und eine neue Stützmauer aufgebaut werden. Auch die Fahrbahn soll breiter werden. Aktuell ist die Bahnhofstraße ein Nadelöhr. Wenn sich zwei Lkws begegnen, geht es nicht selten um Millimeter. Mehr Platz soll nicht nur der rollende Verkehr bekommen. "Der Fußweg entlang der Häuser an der Bahnhofstraße soll deutlich verbreitert werden", kündigt Kummer an.

Breiter Fußweg erhöht Sicherheit

Das sorgt für mehr Sicherheit. Und noch einen Effekt erhofft sich die Kommune: Die leer stehenden Läden und Gewerbeeinheiten sollen dadurch attraktiver werden. "Wir wollen sie perspektivisch entwickeln", kündigt Kummer an. Derzeit sei das aufgrund der ungünstigen Situation nicht möglich.

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