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Deutschlands längste Ampelphase kommt zurück

Spätestens im März soll die Sanierung auf dem Elberadweg zwischen Prossen und Halbestadt weitergehen. Anwohner müssen dann genau auf die Uhr schauen.

Schmal und unübersichtlich: Der linkselbische Teil des Elberadweges ist von Prossen aus die einzige Zufahrt nach Halbestadt.
Schmal und unübersichtlich: Der linkselbische Teil des Elberadweges ist von Prossen aus die einzige Zufahrt nach Halbestadt. © Archivfoto: Dirk Zschiedrich

Im vergangenen Jahr hatte sie die Geduld der Anwohner bereits strapaziert, dieses Jahr gibt es ein Wiedersehen: Die wohl längste Ampelphase, die es an einer deutschen Baustelle gibt, kehrt in die Sächsische Schweiz zurück. Genauer gesagt nach Halbestadt bei Königstein.

Im Frühjahr wird die Sanierung des Elberadweges zwischen Prossen und Halbestadt fortgesetzt - unter Vollsperrung. Da es sich dabei um die einzige Zufahrt in den Königsteiner Ortsteil handelt, wird für die Bewohner eine Umleitung eingerichtet. Diese führt von Waltersdorf aus über einen schmalen Forstweg durch den Wald. Der provisorische Weg ist so schmal, dass darauf nur ein Fahrzeug unterwegs sein kann. Damit sich unterwegs keine Fahrzeuge begegnen, werden in Halbestadt und Waltersdorf Ampeln aufgestellt. Diese haben jedoch eine extrem lange Taktung. Nur alle 30 Minuten springt die Ampel von Rot auf Grün.

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Das hängt mit dem langen Fahrweg durch den Wald zusammen. Autos brauchen im Durchschnitt knapp zehn Minuten für die Umleitung, Baufahrzeuge länger. Deshalb ist ein Zeitfenster von 15 Minuten je Richtung vorgegeben. Die Ampel zeigt deshalb jeweils 30 Minuten rot. Erst dann springt sie um. Zur vollen und halben Stunde schaltet die Ampel von Halbestadt kommend in Richtung Waltersdorf auf Grün. In der Gegenrichtung passiert das jeweils um Viertel und Dreiviertel.

Baustart nach dem Winter

Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) geht davon aus, dass die Bauarbeiten am linkselbischen Teil des Elberadweges Ende Februar oder Anfang März weitergehen können. Dann ist Halbestadt nur über den Umweg durch den Wald bei Waltersdorf erreichbar.

Es handelt sich dabei immer noch um den ersten Bauabschnitt. Dieser verläuft auf rund 400 Metern Länge zwischen der Gemeindegrenze zu Prossen und der ersten Ausweichstelle für Fahrzeuge. Es war der gefährlichste Teil des gesamten Elberadweges. Denn hier war der Hang in Bewegung. Die Straße hat deshalb in Richtung Elbe eine aufwendige Stützmauer bekommen.

Der Bau der Mauer sollte eigentlich schon bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Wegen der Corona-Krise konnte dieser Zeitplan jedoch nicht gehalten werden. Der Grund: Unter der Fahrbahn wurde Munition vermutet. Der Abschnitt sollte deshalb erst gescannt werden, bevor er aufgebaggert wird. Dafür zuständig ist der Kampfmittelbeseitigungsdienst. Dieser hatte seine Einsätze wegen der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 jedoch gestoppt. "Die Bauleute mussten so lange warten, bis der Abschnitt freigegeben wurde", sagt Kummer. Dadurch verzögerten sich die Arbeiten am Ende um rund sechs Wochen.

Durchhalten noch bis 2022 - mindestens

Der erste Bauabschnitt konnte deshalb nicht planmäßig bis Dezember fertig werden. Die restlichen Arbeiten müssen in diesem Jahr nachgeholt werden. "Das wird etwa bis August dauern", schätzt Ratschef Kummer ein. Danach geht es mit dem zweiten Bauabschnitt weiter. 2022 soll der Elberadweg zwischen Prossen und Halbestadt dann komplett ausgebaut und verbreitert sein. Ein Projekt, das insgesamt rund zwei Millionen Euro kosten wird.

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