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Einmalige Brücke am Malerweg gerettet

Über die Goldbornbrücke am Fuße der Festung Königstein rollten einst Majestäten. Zuletzt verfiel das architektonische Kleinod - bis jetzt.

Wiedereröffnung der historischen Brücke am Malerweg, die als Rekonstruktion der Goldbornbrücke im Forstbezirk Neustadt aufgebaut wurde.
Wiedereröffnung der historischen Brücke am Malerweg, die als Rekonstruktion der Goldbornbrücke im Forstbezirk Neustadt aufgebaut wurde. © Daniel Schäfer

Wer auf die Festung Königstein wollte, der musste über diese Brücke gehen. Gemeint ist die Goldbornbrücke am Fuße des Königsteins. Anfang des 19. Jahrhunderts rollten Majestäten und Militär über das Bauwerk, das zur offiziellen Zufahrt zur Festung gehörte. Entsprechend groß und repräsentativ wurde die Brücke 1828 gebaut. Man wollte schließlich Eindruck machen.

"Die aus Sandsteinquadern gebaute Brücke hat mehrere Besonderheiten, die es kein zweites Mal in der Sächsischen Schweiz gibt", sagt Michael Timmer, der beim Sachsenforst unter anderem für den Wege- und Brückenbau zuständig ist. Es gibt zum Beispiel unterschiedlich ausgeformten Brückenbögen an der Ober- und Unterstromseite. Die Flügelwände sind schräg gestellt. Das alles sorgt dafür, dass das Bachwasser optimal abgeleitet wird. "Auch bei einem hohen Durchfluss wird das Bachbett nicht beschädigt", erklärt Timm. Ein wichtiges Detail, vor allem im Hinblick auf Starkregenereignisse, die unberechenbare Folgen haben können.

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Brücke geriet ins Abseits

Heute rollen keine "Kutschen" mehr über die Goldbornbrücke. Sie liegt abseits, versteckt im Wald zwischen dem Abzweig nach Thürmsdorf und der B172. Über diese zwei Trassen, die lange nach der Brücke gebaut wurden, rollt heute der Verkehr. Die Goldbornbrücke selbst wird nur noch von Wanderern genutzt, die am Thürmsdorfer Vogelstein aus dem Bus aussteigen und zu Fuß hinauf zur Festung wollen. Direkt daran führt auch der bekannte Malerweg vorbei.

Die Abseitsposition der letzten Jahrzehnte hat dafür gesorgt, dass die Brücke in Vergessenheit geriet. Aus ersten kleinen Schäden wurden große. Zuletzt war die Stützmauer eingebrochen. Ein Teil lag im Bachbett. Auch das Geländer war kaputt. "Ausgewaschene Sandsteinblöcke verliehen der Brücke ein desolates Aussehen", sagt Michael Timm. Der Zustand war so schlecht, dass die Brücke Mitte der 2000er-Jahre gesperrt wurde.

800 Arbeitsstunden für den Wiederaufbau

Dabei sollte es jedoch nicht bleiben. Der Forstbezirk Neustadt, in dessen Revier die Brücke liegt, wollte die Brücke gemeinsam mit dem Landkreis, der Stadt Königstein und dem Denkmalschutzamt rekonstruieren. Im Spätsommer 2020 begannen schließlich die Bauarbeiten, die die Firma Spezialbau Kühnapfel übernahm. Ein Großteil der ausgebrochenen Sandsteinblöcke konnte gerettet und wiederverwendet werden. Insgesamt 90 Quadratmeter wurden aus dem Bachbett geborgen und erneut verbaut - zusammen mit rund 30 Kubikmetern Beton. Rund 800 Arbeitsstunden stecken in der Brücke. Die Baukosten belaufen sich auf etwa 61.000 Euro.

Am Dienstag wurde die Brücke nun wiedereröffnet. "Sie soll eine wichtige Landmarke in der Sächsischen Schweiz bleiben", sagt Uwe Borrmeister, Leiter des Forstbezirkes Neustadt.

Feierten die Wiedereröffnung der historischen Goldbornbrücke: Hartmut Gräfe von der Denkmalbehörde des Landratsamtes, Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer, Ivonne Brückner vom Tourismusverband, Uwe Borrmeister vom Sachsenforst, Planer Gunther Thiebold
Feierten die Wiedereröffnung der historischen Goldbornbrücke: Hartmut Gräfe von der Denkmalbehörde des Landratsamtes, Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer, Ivonne Brückner vom Tourismusverband, Uwe Borrmeister vom Sachsenforst, Planer Gunther Thiebold © Daniel Schäfer

Auch künftig soll sie ausschließlich von Wanderern genutzt werden. Autos oder Forstfahrzeuge der Waldbesitzer sollen nicht darüber fahren. Damit das so bleibt, könnten auch Poller aufgestellt werden. Mit dem Gedanken spielt der Sachsenforst aktuell, sagt Uwe Borrmeister.

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