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Festung soll Canalettoblick bekommen

Die Schöne Aussicht bei Gohrisch soll die neue Besucherattraktion der Sächsischen Schweiz werden. Als Vorbild dient dabei Dresden. Was genau geplant ist.

Vor der Umgestaltung: Die "Schöne Aussicht" nahe Gohrisch mit Blick zur Festung und auf Königstein.
Vor der Umgestaltung: Die "Schöne Aussicht" nahe Gohrisch mit Blick zur Festung und auf Königstein. © Sachsenforst

Hingucker gibt es in der Sächsischen Schweiz einige. Schöne Aussichten sowieso. Aber nur eine "Schöne Aussicht". Gemeint ist der Rastplatz oberhalb von Königstein und nahe Gohrisch, von dem Wanderer einen direkten Blick zur gegenüberliegenden Festung Königstein und hinunter in die Elbestadt haben.

Der Aussichtspunkt soll in diesem Jahr umgestaltet und damit noch schöner werden. Das hat sich der Sachsenforst in Zusammenarbeit mit der Stadt Königstein und der Gemeinde Gohrisch vorgenommen. "Die Idee dazu entstand 2020", sagt Uwe Borrmeister, Leiter des Forstbezirkes Neustadt. Damals stand fest, dass der Rastplatz eine Frischekur braucht, denn nicht nur die Bänke waren in die Jahre gekommen.

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Ideenwettbewerb bringt mehr als 40 Vorschläge

Wie genau die "Schöne Aussicht" künftig gestaltet wird, das wollten die Initiatoren jedoch nicht allein entscheiden. Sie starteten deshalb über den Winter einen Ideenwettbewerb, der ein starkes Echo fand. Mehr als 40 Vorschläge gingen beim Sachsenforst ein. Aus dem Fundus wurde nun die beste Idee herausgepickt. Die Jury aus Vertretern des Sachsenforstes, Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) aus Königstein und Bürgermeister Christian Schmidt (parteilos) aus Gohrisch hatte die Qual der Wahl.

Allein zum Thema "Sitzen" gab es über 20 verschiedene Ideen. Vorgeschlagen wurde zum Beispiel ein Strandkorb, in dem müde Wanderer eine Verschnaufpause einlegen können. Andere favorisieren an der Stelle ein kleines "Festungskino" mit klappbaren Sitzen wie in einem Lichtspielhaus oder einen Kletterfelsen für Kinder. Auch eine Hollywoodschaukel, ein riesiger Thronsessel und ein sogenanntes Waldsofa wurden vorgeschlagen.

Landschaftsrahmen wie in Dresden ist Favorit

Zur Diskussion stand außerdem der Bau eines Landschaftsbilderrahmens, angelehnt an den sogenannten Canalettoblick in Dresden. Am Dresdner Elbufer unterhalb des Bellevue-Hotels steht so ein Rahmen, der die Stelle markiert, von der aus Maler Bernardo Bellotto - genannt Canaletto - das wohl berühmteste Dresden-Gemälde malte. Der rote Landschaftsrahmen gehört zu den Touristenattraktionen der Landeshauptstadt.

Für Touristen ein Muss: Der Canalettoblick am Dresdner Elbufer.
Für Touristen ein Muss: Der Canalettoblick am Dresdner Elbufer. © Steffen Unger

Ob dieser Hingucker auch an die "Schöne Aussicht" passt? "So ein Landschaftsrahmen ist ein absolutes Muss an dieser Stelle", ist Königsteins Stadtchef Tobias Kummer überzeugt. Nicht nur Dresden hätte so einen Landschaftsrahmen, auch in anderen Urlaubsregionen könne man solche Konstruktionen finden. Diese seien wiederum ein beliebtes Fotomotiv, das in den sozialen Netzwerken geteilt wird. "Das ist die beste Werbung für die Sächsische Schweiz", sagte Kummer. Auch Amtskollege Christian Naumann gefällt diese Idee. Genauso wie Forstbezirksleiter Uwe Borrmeister. "Der Rahmen verstärkt die Aussicht und ist gleichzeitig ein Alleinstellungsmerkmal", sagte er.

Damit ist die Entscheidung gefallen. Die Konstruktion, die nah am Abhang stehen soll, könnte in den eigenen Werkstätten des Neustädter Forstbezirkes gefertigt werden. Aus Holz soll der Rahmen einmal sein. Wie groß er wird, das soll bei einem Vororttermin Mitte Mai festgelegt werden.

Rund 4.000 Euro werden in die Verschönerung der "Schönen Aussicht" investiert. Das Geld ist aber nicht allein für den neuen Canaletto-Blick gedacht. Denn die Jury liebäugelt auch mit der Idee eines Waldsofas. So eine überdimensionale Holzliege wurde im Sommer letzten Jahres an der Umweltbildungsstätte Sellnitz aufgestellt. Wanderer können darauf die Beine ausstrecken und einen Panoramablick zum Lilienstein genießen. Ein ähnliches Sofa ist auch an der "Schönen Aussicht" denkbar. Ob, das soll ebenfalls beim Vororttermin besprochen werden.

Ein Vorbild für die "Schöne Aussicht": Das Waldsofa an der Umweltbildungsstätte Sellnitz mit Blick zum Lilienstein.
Ein Vorbild für die "Schöne Aussicht": Das Waldsofa an der Umweltbildungsstätte Sellnitz mit Blick zum Lilienstein. © Steffen Elsner

An dem Aussichtspunkt haben unterdessen bereits die Vorarbeiten für die Umgestaltung begonnen. Die alten Bänke samt Fundamente wurden entfernt. Zudem wurde der Blick in Richtung Festung und Festungsstadt geöffnet. Die Aussicht wurde dafür partiell freigeschnitten und unter anderem eine Roteiche und eine Buche gefällt. Auch zwei Birken sowie eine abgestorbene Kiefer mussten entfernt werden. Am Hang unterhalb kamen neue Sträucher in die Erde.

Picknickplatz wird bis Pfingsten fertig

Schon bis Pfingsten sollen Wanderer an der Stelle wieder eine Sitzmöglichkeit bekommen. Ein Picknickplatz mit vier Sitzgruppen, die an "Futterkrippen" erinnern, wird bis dahin aufgebaut. Für die alten Bänke, die kürzlich abgebaut wurden, gibt es ebenfalls eine neue Verwendung. Das Metallgestell wird aufgearbeitet und wird mit neuen Holzlatten versehen. Sie sollen in der Umgebung von Gohrisch und Königstein einen neuen Platz finden.

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