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Elbsandstein: Vierter Stern für Pension am Pfaffenstein

Das Gasthaus ist von der Dehoga mit einem weiteren Stern ausgezeichnet worden. In Sachsen ist das eine echte Seltenheit.

Drei Männer, vier Sterne: Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (li.) und Thomas Pfenniger von der Dehoga (re.) überreichen Bernhard Kuste vom "Gasthaus zum Pfaffenstein" die Urkunde.
Drei Männer, vier Sterne: Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (li.) und Thomas Pfenniger von der Dehoga (re.) überreichen Bernhard Kuste vom "Gasthaus zum Pfaffenstein" die Urkunde. © Daniel Schäfer

Auf solch gute Nachrichten hat Bernhard Kuste lange warten müssen: Der Hotelier und Gastronom betreibt das Gasthaus und die Pension "Zum Pfaffenstein" in Pfaffendorf bei Königstein. Seit inzwischen 26 Jahren gehen bei ihm Wanderer und Einheimische ein und aus, die vor allem Appetit auf deftige Hausmannskost haben. Wer länger bleiben will, kann in der angeschlossenen Pension übernachten.

Genau die hat jetzt eine besondere Auszeichnung erhalten. Die Pension hat vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) den vierten Stern verliehen bekommen. Eine Klassifizierung, die im gesamten Freistaat Seltenheitswert hat. "Es gibt in Sachsen nur vier Gasthäuser mit insgesamt vier Sternen und nur eine mit fünf Sternen", sagt Thomas Pfenniger, Dehoga-Regionalleiter für den Bereich Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Er hatte den vierten Stern zusammen mit Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) persönlich an Bernhard Kuste überreicht.

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Standard fast wie im Hotel

Um diese Klassifizierung zu erreichen, müssen Pensionen, Gästehäuser oder Gasthöfe einen Standard haben, der beinahe schon dem in einem Hotel gleicht. Bernhard Kuste hat dafür einen fünfstelligen Betrag investiert. Die Zimmer haben eine Klimaanlage und kostenloses WLAN. Neue Matratzen wurden angeschafft inklusive Matratzenschoner. Auch Bademäntel stehen den Gästen zur Verfügung, genauso wie ein Nähset für alle Fälle, um nur einige Details aufzuzählen.

Die Ausstattung ist vergleichbar mit der in einem Hotel, ohne dass das Gasthaus gleich Hotelcharakter hat, darauf legt die Dehoga bei ihrer Klassifizierung Wert. In Pfaffendorf gibt es um Beispiel nur drei Gästezimmer sowie ein Einzelzimmer - zehn Betten sind es insgesamt. "Familiär", nennt Bernhard Kuste die Atmosphäre in seinem Haus, das von seinen Eltern aufgebaut und seit 1995 betrieben wird.

Und genau das wollen seine Gäste auch. "Wir haben viele Stammkunden, die auch Berlin, Brandenburg und Thüringen regelmäßig zu uns kommen", erzählt der Unternehmer. In der Hauptsaison in der Sächsischen Schweiz ist die Pension am besten besucht. "Bis Oktober sind wir dieses Jahr sogar ausgebucht", erzählt Kuste.

Mit Imbissfenster durch die Corona-Krise

Zusammen mit seiner Frau Martina kümmert er sich um das laufende Geschäft. "Sie hält mir den Rücken frei und dekoriert den Gastraum regelmäßig", sagt er. Ohne diese Unterstützung könnte er sich nicht so aufs Geschäft konzentrieren. Gerade in der jetzigen Zeit.

Die Corona-Krise hat - wie bei den meisten Gastronomen - auch bei Bernhard Kuste Spuren hinterlassen. Im März 2020 war er gezwungen, das Gasthaus dichtzumachen. Und das zu Beginn der eigentlichen Tourismussaison. Zwei seiner Mitarbeiter musste er in Kurzarbeit schicken, zwei weitere tschechische Mitarbeiter mussten arbeitslos zu Hause sitzen.

Um sich über Wasser zu halten, öffnete Bernhard Kuste ein Imbissfenster an seinem Gasthof. Essen zum Mitnehmen, das war in der Pandemie erlaubt. Sogar einen Lieferservice bot er an - im Umkreis von 20 Kilometern. "Damit sind wir über die Zeit gekommen." Absagen musste der Gastronom jedoch die Feierlichkeiten zum 25. Betriebsjubiläum, die im April letzten Jahres stattfinden sollten. Eine unsichere Zeit, die hoffentlich nicht so schnell wieder kommt, sagt Kuste.

Auch jetzt noch seien viele seiner Gäste verunsichert. Welche Regeln gelten gerade in Sachsen und der Sächsischen Schweiz, wann und wo gilt die Maskenpflicht? Es seien oftmals die gleichen Fragen, die Kuste am Telefon beantwortet.

Verstärkung für die Küche gesucht

"Zum Glück kann ich mich bei all den Schwierigkeiten auf mein Team verlassen", sagt er. Drei Frauen meistern den Service, in der Küche steht Christian Neubert am Herd. Er gehört seit zwölf Jahren zum Team. "Ich suche dringend einen zweiten Koch, um ihn zu entlasten", sagt Bernhard Kuste. Die 35 Plätze im Innenraum des Gasthauses seien oft belegt, die 80 Plätze auf der Terrasse bei schönem Wetter sowieso.

Öffnungszeiten "Gasthaus zum Pfaffenstein" (bis 7. November): Freitag bis Dienstag ab 12 Uhr; Donnerstag ab 17 Uhr; Mittwoch Ruhetag. Im Winter jeweils am Wochenende geöffnet sowie vom ersten Weihnachtsfeiertag bis Neujahr täglich.

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