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Königstein: Baustart an B172 auf 2023 verschoben

Die Trasse soll in Höhe des Bahnhofs auf rund 300 Metern ausgebaut werden. Mehrfach hat sich das Projekt verzögert. Nun gibt es erneut schlechte Neuigkeiten.

Die B172 ist die wichtigste Verkehrsader in der Sächsischen Schweiz. In Königstein wird sie zum Nadelöhr.
Die B172 ist die wichtigste Verkehrsader in der Sächsischen Schweiz. In Königstein wird sie zum Nadelöhr. © Daniel Schäfer

Die Königsteiner müssen im Hinblick auf den geplanten Ausbau der B 172 weiter Geduld haben. Seit Jahren wird an dem Großprojekt geplant. Ursprünglich sollte es 2020 losgehen. Zuletzt war von einem Baustart 2022 die Rede.

Nun ist ungewiss, ob dieses Zeitfenster auch gehalten werden kann. Diese schlechten Nachrichten hat Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) nach einem Treffen mit Vertretern des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, des Landratsamtes und der Deutschen Bahn parat, die alle an dem Projekt beteiligt sind. "Im Moment ist wohl ein Baubeginn 2023 möglich", informierte Kummer in der jüngsten Stadtratssitzung.

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Vereinfachtes Verfahren soll Zeit sparen

Denn noch immer sei kein Baurecht hergestellt. Auf dieses wartet das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Laut Kummer werde das Baurecht noch für 2021 angestrebt. Das sei bei dem Treffen der Beteiligten gesagt worden. Um nicht noch mehr Zeit verstreichen zu lassen und an einem Baustart 2023 festhalten zu können, sei zudem ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren geplant. "Im September sollen die Träger öffentlicher Belange gehört werden", gab Kummer weiter bekannt. Im Anschluss daran wird entschieden, ob gebaut werden darf oder nicht.

Der neue Zeitplan für die B172 in Königstein fällt nun genau in das Jahr, in dem die Pirnaer Südumfahrung fertiggestellt werden soll. Die Trasse, die einmal den Autobahnzubringer an der A17 mit der B172 auf dem Pirnaer Sonnenstein verbindet, soll in zwei Jahren für den Verkehr freigegeben werden. Mit der Eröffnung der Pirnaer Ortsumgehung wird mit einem weiteren Anstieg des Verkehrs in Richtung Sächsische Schweiz gerechnet.

Mehr Verkehr nach Freigabe der Pirnaer Südumfahrung

Königstein droht dadurch zur Staufalle zu werden - vor allem in der touristischen Hauptsaison. Und das über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren. So lange soll auf dem rund 300 Meter langen Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr und dem Abzweig zum Pladerberg gebaut werden. Der Bereich wird dafür halbseitig gesperrt.

Zwei Bauabschnitte sind geplant. Im ersten Teil wird die Stützwand zwischen dem Bahnhof und der Bundesstraße erneuert. Die Stelle ist besonders prekär, denn sie grenzt unmittelbar an die B172 und das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude. Um den Bauleuten genug Platz einzuräumen, wird das leer stehende Empfangsgebäude des Bahnhofs teilweise abgetragen. Wenn die neue Stützwand steht, soll das Objekt wieder aufgebaut werden.

Das leer stehende Empfangsgebäude am Bahnhof Königstein (Mitte) muss für den Ausbau der B172 teilweise abgerissen werden. Danach soll das denkmalgeschützte Objekt wieder aufgebaut werden.
Das leer stehende Empfangsgebäude am Bahnhof Königstein (Mitte) muss für den Ausbau der B172 teilweise abgerissen werden. Danach soll das denkmalgeschützte Objekt wieder aufgebaut werden. © Archivfoto: Daniel Schäfer

Und zwar angepasst an ein neues Nutzungskonzept. Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, den alten Bahnhof wiederzubeleben und touristisch zu nutzen. Die Kommune wollte das Objekt deshalb von der Deutschen Bahn kaufen. Zwei Jahre gab es Verhandlungen. Der Großkonzern machte der Kommune erst Hoffnung, dann kam jedoch eine Absage. Das hängt mit einer Grundsatzentscheidung zusammen. Die Bahn will im Oberen Elbtal keine Gebäude verkaufen, die näher als zehn Meter an einen Bahnsteig grenzen. Königstein soll das Empfangsgebäude dennoch nutzen dürfen. Wie, darauf soll eine Machbarkeitsstudie Antworten liefern, die die Stadt in Auftrag gegeben hat.

Ist dieser erste Bauabschnitt beendet, geht es im zweiten Teil auf der anderen Straßenseite weiter. An dem Hang gegenüber dem Bahnhof standen bis 2008 Häuser, die damals abgerissen wurden. Eine Bretterwand grenzt seitdem die B172 zum Hang ab. Im Zuge des Ausbaus der Bahnhofstraße soll der Hang gesichert und eine neue Stützmauer errichtet werden. Auch die Straße soll breiter werden und einen deutlich breiteren Fußweg bekommen.

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