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Königstein braucht Feuerwehr auf Pump

Wegen Bauarbeiten am Elbradweg sind die Retter nicht rechtzeitig in Halbestadt, wenn es brennt. Deshalb bekommt der Ort jetzt ein eigenes Löschfahrzeug.

Die Elbe trennt Königstein (hier re.) und den Ortsteil Halbestadt (li.). Das sorgt bei der Feuerwehr für Probleme.
Die Elbe trennt Königstein (hier re.) und den Ortsteil Halbestadt (li.). Das sorgt bei der Feuerwehr für Probleme. © Archivfoto: Daniel Schäfer

Die Dauerbaustelle am Elbradweg zwischen Halbestadt und Prossen hat schon für einige Kuriositäten gesorgt. Dazu gehört Deutschlands wohl längste Ampelphase. Wegen der Bauarbeiten ist die einzige Zufahrt nach Halbestadt gesperrt. Anwohner und Urlauber müssen eine Umleitung über einen Waldweg nehmen, um ihr Ziel zu erreichen. Dort regelt eine Ampel den wechselseitigen Verkehr, die eine Rotphase von maximal 30 Minuten hat.

Die Abgeschnittenheit des Königsteiner Ortsteils sorgt nun für ein weiteres Problem. Und zwar ein brenzliges. Denn nicht nur Anwohner und Gäste kommen nur auf beschwerlichen Umwegen nach Halbestadt. Gleiches gilt für die Feuerwehr.

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Hilfsfrist nicht einzuhalten

Im Brandfall eilten die Königsteiner Einsatzkräfte bislang über Bad Schandau auf die andere Elbseite. Etwa elf Kilometer lang ist die Route. Zu lang, um in der vorgeschriebenen Hilfsfrist am Ziel zu sein. Deshalb wurden auch immer die Freiwilligen Feuerwehren aus Prossen und Bad Schandau parallel nach Halbestadt alarmiert. "Durch die Vollsperrung am Elbradweg ist das nicht mehr möglich", sagte Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) in der jüngsten Stadtratssitzung.

Stattdessen würden nun die Feuerwehren aus Waltersdorf und Porschdorf alarmiert. Sie müssten jedoch auch die reguläre Umleitung durch den Wald bei Waltersdorf nehmen - und sind dabei auf die Gunst der Ampel angewiesen, die innerhalb von 30 Minuten nur eine Minute lang Grün zeigt.

Löschfahrzeug auf Zeit

Da im Brandfall bekanntlich jede Minute zählt, muss Königstein das Problem nun anderweitig lösen. Der Plan B wurde in der Stadtratssitzung vorgestellt und auch einstimmig abgesegnet. Die Verwaltung schlägt vor, für die Bauzeit ein eigenes Löschfahrzeug in Halbestadt zu stationieren - geliehen von einer Firma, die solch einen Service anbietet.

Sollte es dann auf Königsteins rechter Elbseite brennen, könnten die Feuerwehrleute mit dem eigenen Boot beziehungsweise der Fähre übersetzen. Dort angekommen, könnten sie ins Löschfahrzeug springen und den Einsatz beginnen. Laut Ratschef Kummer soll das Leihfahrzeug konkret für den Zeitraum vom 19. Juli bis Ende September angemietet werden. Kosten von rund 50 Euro würden pro Tag entstehen. Diese seien über die Gesamtbaukosten des Millionenprojektes am Elbradweg abzurechnen, erklärte Kummer auf Nachfrage. Einen Standort nahe der Fähre gäbe es schon.

Der Fährmann muss im Brandfall nachts mit alarmiert werden, um die Feuerwehrleute auch außerhalb seiner Dienstzeit von Königstein auf die andere Elbseite nach Halbestadt zu bringen.
Der Fährmann muss im Brandfall nachts mit alarmiert werden, um die Feuerwehrleute auch außerhalb seiner Dienstzeit von Königstein auf die andere Elbseite nach Halbestadt zu bringen. © Steffen Unger

Stadträtin Irina Scherz (Freie Wähler Königstein) sprach in dem Zusammenhang ein weiteres Problem an. Die Fähre zwischen Königstein und Halbestadt, die vom Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (RVSOE) betrieben wird, pendelt nicht rund um die Uhr auf der Elbe. Bei einem Brand, der beispielsweise nachts ausbricht, müsste demnach auch ein Fährmann alarmiert werden. Denn ohne seine Hilfe kämen die Feuerwehrleute nicht so schnell auf die andere Flussseite.

Ein Problem, das der Verwaltung bekannt ist, wie Kummer sagte. In einer Beratung mit dem RVSOE sei bereits abgesprochen worden, dass das Fährpersonal per Pieper oder Notnummer ebenfalls alarmiert wird.

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