merken
PLUS Pirna

Königstein plant Erlebnismeile an der Biela

Das Areal zwischen Reißigerplatz und Bienermühle soll neu gestaltet werden. Ein Millionenprojekt, das 2,5 Millionen Euro kosten wird - aber nicht die Stadt allein.

Königsteins Stadtplatz (re.) wurde erst 2008 umgestaltet. Das Ergebnis überzeugt die Kommune aber kaum.
Königsteins Stadtplatz (re.) wurde erst 2008 umgestaltet. Das Ergebnis überzeugt die Kommune aber kaum. © Steffen Unger

Im Planen ist Königstein spitze - im Planen von Millionenprojekten. Die Festungsbahn gehört dazu, genauso wie die Sanierung der Bienermühle im Malerwinkel. Letztere wird etwa 4,5 Millionen Euro kosten. Bei der Festungsbahn ging man 2007 von Kosten in Höhe von rund zehn Millionen Euro aus.

Nun zieht sich die Stadt das nächste Großprojekt auf den Tisch, um den Ort zu einem touristischen Drehkreuz in der Sächsischen Schweiz zu entwickeln. Dazu hat sich der Stadtrat in der letzten Sitzung verständigt. Die Kommune will den Bereich der Innenstadt vom Reißigerplatz am Kreisverkehr bis zur Bienermühle im Malerwinkel umgestalten. Im Rahmen der sogenannten "Erlebnisachse Königstein" soll die Bielapromenade verlängert werden.

Klinik Bavaria Kreischa
Perspektiven Schaffen - Teamgeist (Er-) leben
Perspektiven Schaffen - Teamgeist (Er-) leben

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Innenstadt mit einheitlicher Handschrift

Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Stadtplatz und der Brachfläche an der Pirnaer Straße 1. Der Stadtplatz wurde zwar erst 2008 umgestaltet. Doch so richtig glücklich ist die Kommune mit dem Ergebnis nicht mehr. Gleiches gilt für die Situation an der Pirnaer Straße 1. Die Brache wird aktuell als unbefestigter Parkplatz genutzt. "Die Bielapromenade soll eine Gesamtmaßnahme werden, die eine einheitliche Handschrift trägt", wünscht sich Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (CDU). Das sei besser, als mehrere kleinteilige Ideen umzusetzen.

Die Biela fließt genau durch Königstein. Entlang des Flusses soll die "Erlebnisachse" führen.
Die Biela fließt genau durch Königstein. Entlang des Flusses soll die "Erlebnisachse" führen. © Steffen Unger

Wie das Areal zwischen Reißigerplatz und Bienermühle einmal aussehen soll, das wird in den kommenden Wochen diskutiert und festgezurrt. Im ersten Schritt will Königstein die Finanzierung auf ein solides Fundament stellen. Bei erwarteten Kosten von rund 2,5 Millionen Euro ist das keine leichte Aufgabe. Denn Königstein kann den Betrag kaum allein stemmen.

Baubeginn voraussichtlich 2024

Doch Schützenhilfe naht. Laut Kummer vonseiten der Fördermittelstelle der Landesdirektion Sachsen. Dort wurden erste Details des Projektes bereits vorgestellt. Das Echo des Freistaates sei laut Ratschef Kummer äußerst positiv gewesen. Königstein könne mit finanziellen Mitteln rechnen. "Uns wurden Fördermittel in Höhe von 90 Prozent in Aussicht gestellt", erklärt Kummer im Stadtrat. Bei so einer hohen Quote wolle man als Kommune nicht zögern. Zudem hätte die Landesdirektion mitgeteilt, dass für die nächsten Jahre keine Fördermittelsperren zu erwarten seien - trotz Corona-Krise.

Baubeginn für die neue "Erlebnisachse Königstein" soll voraussichtlich 2024 sein. "Eine optimistische Zeitschiene", wie Stadtrat Tobias Eibenstein (CDU) bemerkte. Er sprach sich dafür aus, die Eigenmittel, die dafür notwendig seien, im neuen Doppelhaushalt für 2021 und 2022 zwingend einzustellen. "Wir können nur das leisten, was wir im Stande sind", gab er zu bedenken. Nicht, dass sich Königstein damit verhebe. Wichtig sei das Projekt dennoch, um ein harmonisches Stadtbild zu bekommen.

Bis zur Bienermühle im Malerwinkel soll sich die "Erlebnisachse" ziehen. Mit dem denkmalgeschützten Gebäudekomplex hat Königstein parallel viel vor.
Bis zur Bienermühle im Malerwinkel soll sich die "Erlebnisachse" ziehen. Mit dem denkmalgeschützten Gebäudekomplex hat Königstein parallel viel vor. © Steffen Unger

Denn das fehlt Königstein. So sieht es auch CDU-Stadträtin Simone Hartmann. Am Stadtbild zu arbeiten habe oberste Priorität, argumentierte sie. Die Stadt müsse sich einig sein, was man wolle. Diese Wünsche müssten klar formuliert und in der Planung berücksichtigt werden. "Für Königstein ist das eine einmalige Chance", äußerte Stadtrat Jürgen Richter von der Bürgerinitiative Königstein. Vor allem im Hinblick auf die Förderquote von 90 Prozent. "Damit können wir städtebauliche Missstände beseitigen", sagte er. Richter sprach sich zudem dafür aus, lieber mit höheren Kosten zu kalkulieren, als später nachverhandeln zu müssen. Denn niemand wisse, wie die Baupreise in den kommenden zwei bis drei Jahren sein werden.

Freie Wähler machen Druck

Die Stadträte einigten sich mehrheitlich darauf, dass die Stadt Königstein nun die nächsten Schritte gehen soll, um Fördermittel für die Erlebnisachse beantragen zu können. Und zwar schnell. Darauf wies Stadtrat Frieder Haase (Freie Wähler) hin. Denn um den geplanten Zeitplan halten zu können, müsste der Antrag bis spätestens August nächsten Jahres eingereicht werden. Gelingt das, könnte die Festungsstadt bereits Ende 2021 einen bewilligten Fördermittelbescheid erhalten.

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen.

Mehr zum Thema Pirna