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Königstein schafft Platz für Tischtennisverein

Sechs Jahre kämpften die Sportler um ein eigenes Lager in der Turnhalle. Jetzt ist der zusätzliche Stauraum da. Das sorgt gleichzeitig für mehr Sicherheit.

Von Katarina Gust
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Franz (li.) und Sasha vom Tischtennisverein Königstein nehmen den neuen Geräteraum in Beschlag. Sechs Jahre hatte der Verein darum gekämpft.
Franz (li.) und Sasha vom Tischtennisverein Königstein nehmen den neuen Geräteraum in Beschlag. Sechs Jahre hatte der Verein darum gekämpft. © Steffen Unger

Die Turnhalle der Oberschule in Königstein ist quasi rund um die Uhr besetzt. Tagsüber von den Schulkindern, die hier turnen. Ab dem späten Nachmittag nutzen Vereine die Halle, um zu trainieren. Die Königsteiner Volleyballgemeinschaft gehört dazu, genauso wie der Tischtennisverein Königstein. Etwa 45 Mitglieder gehören zu dem Verein. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren gewachsen, vor allem im Kinder- und Jugendbereich. Eine positive Entwicklung, die jedoch auch eine Kehrseite hat. Denn mehr Spieler bedeuten auch mehr Platz für die Sportausrüstung. Und der ist in der Königsteiner Turnhalle rar.

Bislang gab es nur einen Abstellraum. In dem stapeln sich unter anderem die Matten für den Schulsport, Bälle, Turnkeulen, Seile, Hocker, Bock und Sprungbrett. Auch der Tischtennisverein musste hier seine Platten, Schläger, Trennwände und Bälle unterstellen. In einem eigens gebauten Holzverschlag standen diese zum Training bereit.

Stützmauer lässt Kosten explodieren

Der Verschlag hat jedoch einen Nachteil: Er ist gerade so groß, um die vier älteren Tischtennisplatten sicher zu verstauen. Neuere Modelle, die sich der Verein gern zulegen möchte, haben darin aufgrund ihrer Größe keinen Platz. Ein Problem, das die Tischtennisleute seit 2015 beschäftigt. So lange kämpfen sie bereits um neue Platten - und ein neues Lager. Da in der Turnhalle selbst jede freie Ecke belegt ist, war ein Anbau an die Halle die einzige Lösung. Konkret geht es um rund zehn Quadratmeter, die der Verein als Nutzfläche braucht.

"Bisher scheiterte der Anbau an fehlenden Fördermitteln", sagt Max Michel, Vorsitzender des Tischtennisvereins Königstein. Ohne Finanzspritze war es für den Verein nicht möglich, den Bau zu stemmen. In einer ersten Kalkulation ging man von rund 20.000 Euro aus. Später war sogar von bis zu 120.000 Euro die Rede - für nur zehn Quadratmeter mehr Platz. Die Kostenexplosion hing mit der maroden Stützwand hinter der Turnhalle zusammen. Denn diese hätte gleich mit saniert werden müssen.

Holzbauweise spart Geld

Im vergangenen Jahr setzten sich Verein und Stadt dann noch einmal an den Tisch und rechneten erneut. "Wir brauchten ja dringend eine Lösung", sagt Michel. Die wurde mit Stadtrat und Bauplaner Jürgen Richter (Bürgerinitiative Königstein) inzwischen gefunden. Er plädierte beim Anbau auf eine Holzbauweise. "Dadurch liegt deutlich weniger Last auf der Stützmauer", erklärt er. Die Mauer musste nicht aufwendig stabilisiert werden. Das wiederum schlägt sich in den Kosten nieder. Rund 31.000 Euro betragen die Gesamtkosten für den Anbau. Eine Summe, die der Tischtennisverein aber nicht allein finanzieren muss. Denn über die Sächsische Aufbaubank gab es eine 50-prozentige Förderung. Der Verein wird rund 5.000 Euro an Eigenmitteln beisteuern, den Rest übernimmt die Stadt Königstein.

"Wegen Corona hatten wir in den vergangenen eineinhalb Jahren fast keine Ausgaben", erklärt Max Michel. Durch die Pandemie war über Monate kein Vereinssport möglich. Keine Turniere, keine Fahrten - keine Kosten.

Trainieren wöchentlich beim Königsteiner Tischtennisverein: Anton (li.) und Mika.
Trainieren wöchentlich beim Königsteiner Tischtennisverein: Anton (li.) und Mika. © Steffen Unger

Obwohl das Vereinsleben quasi brach lag, hätten die Mitglieder dennoch weiter ihre Mitgliedsbeiträge gezahlt. "Das ist nicht selbstverständlich und dafür sagen wir Danke", äußert Michel. Nur so konnte ein finanzielles Polster angelegt werden, das im Kampf um den Anbau enorm geholfen habe.

Mehr Platz für zweiten Rettungsweg

In den Herbstferien wurde der Anbau schließlich hochgezogen. Nach nur vier Wochen Bauzeit konnte er an den Tischtennisverein übergeben werden. Pünktlich zu Weihnachten überreichte Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) die Schlüssel an den Vorstand, der zum ersten Mal das fertige Ergebnis sah. Die Freude bei den Tischtennisspielern ist nun groß. In den kommenden Tagen werden die Trainingsgeräte vom bisherigen Geräteraum in den neuen Anbau geschafft. Auch die neueste Generation von Tischtennisplatten, auf denen die Sportler künftig trainieren wollen, werden hier bald einziehen.

Mit dem Anbau wird übrigens noch ein weiteres Problem gelöst. Durch den bisherigen Abstellraum verläuft der zweite Rettungsweg. Dort gibt es nun deutlich mehr Platz und Bewegungsfreiheit, wenn die Sportler beispielsweise im Brandfall die Turnhalle einmal schnell verlassen müssen.