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Königsteins neue Strandbar mit Kick

Auf dem neu eröffneten "Deck 16" an der Elbe gibt es Cocktails mit Festungsblick - und jede Menge Kultur. Hinter der Idee steckt ein umtriebiger Gastronom.

Eröffnen die neue Strandbar "Deck 16" in Königstein: Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch, Gastronom Sven-Erik Hitzer und Schlagersternchen Cammi Salzano (v.l.).
Eröffnen die neue Strandbar "Deck 16" in Königstein: Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch, Gastronom Sven-Erik Hitzer und Schlagersternchen Cammi Salzano (v.l.). © Steffen Unger

Es ist ein Hauch Karibik, der durchs Elbtal weht. Feiner Sand unter den Füßen, schattige Palmen über dem Kopf, ein kühler Cocktail in der Hand. In der Sächsischen Schweiz gibt es Bars, aber keine, in der Süffiges mit Kultur gemixt wird. Das ist die Idee, auf die "Deck 16" setzt.

Hinter dem griffigen Namen verbirgt sich eine Strandbar, die genau an Flusskilometer 16 in Königstein aus dem Boden gestampft wurde. Rund 300 Quadratmeter groß ist das Areal an den Elbwiesen, das Platz für bis zu 230 Personen bietet. Wer hier am Tisch oder auf der Liege Platz nimmt, hat auf der einen Seite die Festung Königstein und auf der anderen den Lilienstein im Blick.

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Cocktails treffen auf Kultur

Die idyllische Lage am Elberadweg - zwischen dem Königsteiner Bahnhof und Kanu Aktiv Tours - macht die Location besonders. Mehr noch aber ihr Konzept. Denn hier wird nicht nur gekocht und ausgeschenkt. Sieben Tage die Woche soll ab 17 Uhr ein wechselndes Kulturprogramm laufen. Mal mit Kino, mal mit Tanz, handgemachter Livemusik, DJs oder auch Puppentheater und Kinderschminken.

Urlaubsgefühl am Elbestrand in Königstein: Die neue Kultur- und Kulinarik-Lounge bietet Platz für bis zu 230 Personen.
Urlaubsgefühl am Elbestrand in Königstein: Die neue Kultur- und Kulinarik-Lounge bietet Platz für bis zu 230 Personen. © Marko Förster

Die Idee dazu hatte Sven-Erik Hitzer, der zu den umtriebigsten Unternehmern und Gastronomen in der Sächsischen Schweiz gehört. Erst vor wenigen Wochen eröffnete er die Berggaststätte auf dem Rauenstein, auch die Restauration auf der Festung Königstein gehört zu seiner Unternehmensgruppe. In Schmilka, nur wenige Kilometer weiter flussaufwärts, betreibt er eine Bio-Bäckerei sowie mehrere Hotels und Pensionen.

Mit der Strandbar in Königstein kommt nun eine weitere Lokalität dazu. "Die Idee dazu entstand schon vor mehreren Jahren", sagt Hitzer bei der Eröffnung. Seit Jahren plage die Sächsische Schweiz ein Problem. Der Tourismus boome zwar, es gäbe jedoch zu wenige Gaststätten für die Urlauber und Tagesgäste. Viele würden abends keinen Tisch mehr finden.

Zeichen gegen das Gastrosterben

Die Corona-Krise hätte die Situation weiter verschärft. Nicht jedes Gasthaus hätte den monatelangen Lockdown wegstecken können. In der Zwangspause hätten sich zudem viele Mitarbeiter umorientiert und seien in andere Branchen geflüchtet. Jetzt dürfen die Restaurants zwar wieder öffnen, das nützt jedoch nichts, wenn es kein Personal gibt, das in der Küche steht und den Service übernimmt. "Wir haben ein regelrechtes Gastrosterben vor uns", befürchtet Hitzer. Und zwar nicht nur in Sachsen.

Die Strandbar mit der Mixtur aus Küche und Kultur soll bewusst gegensteuern. Und Künstlern eine Bühne bieten, die am längsten von den Corona-Beschränkungen betroffen waren. "Wir hatten den Mut, ein völlig neues Konzept anzubieten und dafür auch große Summen zu investieren", sagt Hitzer.

Der Aktionismus des 58-Jährigen hat sich herumgesprochen. Nicht nur in der Tourismusbranche. "Ich bin dankbar, dass es Macher wie Sie gibt", lobte Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) bei der Eröffnung. Hitzer sei ein Geschenk für den Freistaat. Beeindruckt zeigte sich auch Tino Richter, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz. "So etwas brauchen wir als Tourismusgebiet", äußerte er. Richter hatte aber nicht nur die Urlauber im Blick, sondern auch die Einheimischen. Auch auf sie sei die Gastronomie angewiesen - vor allem in der Nebensaison.

Zurücklehnen und genießen: Grafikerin Katja Rohleder ließ sich zur Eröffnung einen Cocktail schmecken.
Zurücklehnen und genießen: Grafikerin Katja Rohleder ließ sich zur Eröffnung einen Cocktail schmecken. © Steffen Unger

Personal aus sieben Nationen

Das "Deck 16" wird künftig in der touristischen Hauptsaison, also von April bis Ende Oktober, in Königstein in Betrieb sein. "Sieben Tage die Woche", wie Hitzer betont. Alles stehe und falle mit seinen Mitarbeitern. Auch für ihn sei es nicht einfach gewesen, mitten in der Coronakrise motiviertes Personal zu finden. Aus sieben Nationen stammt die Belegschaft, die auf "Deck 16" angeheuert hat. Das Gelände an den Elbwiesen gehört der Stadt Königstein, Hitzer hat eine Nutzungsvereinbarung mit der Kommune geschlossen, die vorerst für zwei Jahre gilt.

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 11 bis 21 Uhr, Freitag bis Sonntag von 11 bis 22 Uhr.

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